Samstag, 8. Oktober 2011

Zwischenspiel

Es ist wiedermal Freitag - wie fast immer ein persönlicher schwarzer Freitag - und anstelle etwas Einzigartiges zu verbringen, füttere ich Schafe, züchte Heu in Massen und versuche mir die Nägel zu lackieren.

Nebenbei schweifen meine Gedanken immer ab - hin zu dir.
Was ist passiert, was ist geschehen?
Rede mit mir, bitte, ich mache mir ernsthaft Sorgen.
Dein Verhalten ist nicht normal und ich passe meins daran an.


Dein Auto stand heute daheim, sie fuhr zur Grundschule…Freitagmittag, wo du arbeiten solltest.
Verdammt wo bist du?

Papi wirst du nicht, hast du mir verraten, aber was ist es dann?
Haben sie dich wieder weggefangen?
Krankenhaus?

Diese elende, quälende Ungewissheit.
Du Vollidiot - hör damit auf, rede oder verschwinde für immer!!!!

…und komm schnell wieder, ich vermisse dich…
Und bestell nie wieder bei uns Pizza und überhaupt, geh mir endlich aus dem Sinn!
Ich will und muss mich auf andere Dinge konzentrieren, anstatt stets und dauernd an dich zu denken, von dir zu reden, von dir zu träumen, dich zu suchen um dich dann zu verfluchen.

PS:  

Sorry…


08.10.2011 / 00:19 Uhr

Dienstag, 4. Oktober 2011

Glücksgefühle

Woher sie plötzlich kommen ist völlig unklar.
Aber sie sind da, verbinden mein Strahlen mit dem der Sonne.
Mir geht es gut, ich bin gewissermaßen glücklich, auch wenn sich rein gar nichts geändert hat.
Außer meiner persönlichen Einstellung vielleicht.

Man muss nur Geduld haben, nicht auf irgendetwas übertrieben lange warten, sondern weiterleben und das Nebensächliche auf sich zukommen lassen.
Letztlich kommt es eh, wie es kommen soll, nur ein wenig Nachhelfen ist möglich.

Nun gut, geduldig bin ich zwar nicht, aber es gibt so viele schöne Dinge im Leben, mit denen man sich beschäftigen kann, so dass die Zeit im Flug vergeht.
Selbst der Job macht zur Zeit Spaß, liegt evtl. daran, dass die Chefin diese Woche in Ungarn ist oder einfach nur, weil ich weiß, was ich kann.

Ich bin auch froh drüber, dass ich wieder in der Pizzeria angefangen habe.
Das vergangene Wochenende, bzw. der Feiertag, waren zwar hektisch, aber letztlich hat sich wenigstens finanziell gelohnt.
Und auch der Spaßfaktor wurde ausreichend genutzt.

Nun liegen meine Prioritäten in der Hinsicht wieder so, dass ich am kommenden Samstag nicht mit nach Bautzen möchte, sondern lieber liefern fahre.
Für mich ist es nunmal wichtiger, Geld zu verdienen, anstatt es auszugeben.
Ich lass mich überraschen, wie meine Chefin reagiert.

Ein kleines, minimales Wunder geschah gestern Abend auch noch.
Es kam doch tatsächlich eine SMS vom Fabelhaften - kein Bockigsein, kein Desinteresse, dafür lustvoll.
Na was soll ich davon halten…

Heute Morgen war er der Erste, der mir als bekanntes Gesicht im Straßenverkehr begegnete.
Hatte ich erwähnt, dass ich danach in den Laden tänzelte um Frühstück zu kaufen?
Das mir die Kassiererin das Zeugs zur Kasse tragen musste?
Naja, Morgenstund´ hat Gold im Mund, wie wahr.

Jetzt eben geht die Simserei weiter.
Na so soll´s sein, ein gefällt-mir-button für´s wahre Leben wäre jetzt angebracht.
Und einer für´s Nichtgefallen, denn Erik begegnete mir heute nicht und der Benz hat nicht getextet seit seinem Umzug.
Was zu erwarten war.

Nun denn…


Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben…

So setze ich mich doch auf Verlangen ins Auto, fahre nachts zur gewohnten Stelle um mich, wie ebenfalls gewohnt, tja was eigentlich?
Die Devise „nur gucken, nicht anfassen“ funktioniert so ziemlich halbherzig, aber sie funktioniert.
Nun möchte er wissen, was ich meinte, als ich ihm vorhin sagte, dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt.

Soll er mal weiter fragen, er verrät mir auch nicht, was passiert ist, nur DAS etwas geschehen ist.
Ich nehme stark an, dass er wieder Vater wird.

So lass ich mich überraschen, leiden werde ich vor ihm nicht.
Die Rolle spiele ich genauso perfekt, wie die der netten Kollegin.
Irgendwann muss ich eines morgens auf meinen Ausweis schauen, um zu wissen, wer mich da im Spiegel anschaut…


04.10.2011 / 23:45 Uhr

Gedankenfetzen



Freitag - Ruhe - Motivationslosigkeit.
Somit der perfekte Tag zum Entspannen und Nichtstun.

Ein klein wenig Kram erledige ich nebenbei, Fotos sortieren (Erinnerungen ungefragt damit auffrischen), mit Freunden texten (schön, dass jeder so seine Kümmerchen hat) und ein bisschen schon mit dem Styling für morgen beginnen.

Dann geht’s wieder los, ab zur besten Party aller Zeiten, auch liebevoll Ü30 genannt.
Die Erwartungen belaufen sich wieder nur auf eines - J.S. - wenn er denn diesmal mit da ist.
Nur kurz sehen, knuddeln und ein wenig plaudern.
Mehr möchte ich ja nicht.

Das letzte Mal war am ersten Septemberwochenende - da entstand auch dieses Foto.
Nicht, dass ich meine Freundin um diesen Moment beneide, nein…ich könnte in die Tischkante beißen.
Doch so sollte es wohl sein.

Jedenfalls freu ich mich auf morgen.
Der Stress der letzten Tage wird weggetanzt, es zählt nur der Spaß, die Musik, die Stimmung.
Keine Gedanken mehr machen, nichts übers Geld, nicht an den fabelhaften denken, nicht an den letzten Urlaub oder irgendetwas, was stimmungskillend wirken könnte.

Und wenn J.S. mit da ist, wird’s umso schöner, denn mit einem Dauergrinsen und verträumten Augen feiert es sich einfach besser.

OoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoOoO

Was gab es sonst so in den letzten Tagen?
Nichts und davon ziemlich viel.

Ich habe mein Jahresprojekt für 2012 fertig, es ist bereits verschickt und an Ort und Stelle.
Ein gutes Gefühl habe ich zwar diesmal nicht, aber ok, wenn es nicht sein soll, dann ist es halt so.

Unsere neue Praktikantin ist ein Engel - Maria.
Leider ist sie, genau wie meine Lieblingskollegin, nur bis 21.10. da.
Ab dann wird’s wieder langweilig und spaßfrei.

Aber auch hektisch, es gilt weitere Projekte zu konzipieren, die laufenden fertig umzusetzen und die Feste zu planen und zu „feiern“.
Dann ist das Jahr rum.

Ebenfalls ist dann auch „unser“ erstes Jahr rum - wenn es noch so lange hält.
Darum wollte ich mir zwar keine Gedanken mehr machen, aber diese kommen leider von allein.
Vermissen tu ich dich nämlich täglich, das Handy starre ich immer noch unentwegt an, aber von allein zucken werde ich mich nicht mehr.
Wenn du so gestresst bist, dann lass ich dich eben in Ruhe…

Nun ist mittlerweile schon Montag.
Die letzten Tage hektisch, erlebnisreich und irgendwie zum Heulen.
Irgendetwas ist geschehen und ich weiß nicht was.

Hat der Benz geplaudert, sind wir erwischt worden, hat sich einer von uns verraten?
Der Fabelhafte schweigt.
Ernsthaftes Schweigen, keine Regung auf irgendeine Nachricht.

Wo bist du?
Geht es dir gut?
Ist irgendetwas passiert?
Liest du dies hier zufällig?
Weiß SIE es?

Es ist etwas passiert…ich spüre es.
Hat uns der vergangene Montag das Genick gebrochen?
Es kommen schon wieder zu viele Fragen in mir auf, die sich nur um diesen Mann drehen.

Dabei ist dies eigentlich unnötig, wenn nicht sogar uninteressant.
Aber immer schön eins nach dem anderen…

Die Samstags-Ü30-Party war wiedermal toll, auch wenn Michi nicht die allerbeste Laune hatte, unser männlicher Anhang (ja wenn ich mir Namen merken könnte…) hatte wie ich ausreichend Spaß auf der Tanzfläche und meine Kollegin ist scheinbar gar nicht erst erschienen.

Auch J.S. glänzte mit Abwesenheit, doch etwas anderes hatte ich auch nicht ernsthaft erwartet.
Vielleicht auch gut so, denn es war so schon alles verwirrend genug.

Ich holte wie immer Michi von daheim ab, wartete allerdings diesmal ein wenig länger als sonst auf sie.
Im Garten saßen die Männers und grillten und plötzlich gesellte sich auch Erik dazu.

Als ich Michi dann endlich im Auto hatte, richtete sie mir liebe Grüße von ihm aus, worauf mir sofort der Motor absoff.
Ich fragte bestimmt 20mal, ob sie das ernst meinte und sie redete darüber, dass sie ihn wegen des Briefes gefragt hatte (der Frau erzähl ich besser auch nichts mehr), er wohl meinte, es hätte ihn sehr gefreut…und, und, und…

Ok, der Brief hatte also doch Erfolg.
Einerseits war ich glücklich darüber, andererseits fühlte ich mich auch sofort erschlagen und schwach.
Die Gedanken daran, dass es das absolute Ende mit dem Fabelhaften bedeutet, wenn sich doch wieder etwas zwischen Erik und mir entwickeln würde, nahmen mir die Luft.

So ließ ich es drauf ankommen und bat Michi, ihn ebenfalls lieb von mir zu grüßen.
Kindische Afferei - aber scheinbar wirkungsvoll.
Denn sie schrieb mir Sonntagnachmittag, dass er sich auch darüber sehr gefreut hätte.
Was mir zuvor allerdings schon an seinem Lächeln auffiel, als er mir beim Liefern unterwegs begegnete.
Meine Reaktion auf diese neuen Aussichten war keine andere, als das ich dem Fabelhaften heute noch eine SMS schickte, auf die ich ebenfalls keine Reaktion bekam.
Ok, muss ich damit leben.
Es ist ein Zeichen, dessen bin ich sicher.
Auch wenn es genau gegenteilig von dem Verhalten, seit unseres letzten Treffens vor einer Woche ist.

So steh ich nun wieder dort, wo ich vor dem Urlaub stand.
In einer grenzenlosen Ungewissheit gefangen, nichtsahnend, was als nächstes passiert.


03.10.2011 / 12:22 Uhr

Mittwoch, 28. September 2011

Denkfehler

Frauen sollten das Denken im Bezug auf Männer einfach sein lassen.
Umgekehrt wäre es zwar auch besser, allerdings aus anderen Gründen.

Ob die Sorgen, die ich mir grad wieder mache, wirklich umsonst sind, weiß ich nicht.
Ich bemerke Veränderungen an ihm.
Private, nahezu intime Veränderungen.

Vor langem gesagte Worte bekommen plötzlich einen neuen Sinn.
Mag sein, dass sie so deutlich waren, dass ich es nicht eher verstehen wollte.
Oder das ich mir jetzt einfach nur denke, dass sie eine andere Bedeutung haben, damit ich mich gekonnt in meine Trübseeligkeit reinsteigern kann.

Das Vertrauen schwindet, immer mehr und Stück für Stück.
Bis irgendwann gar keins mehr herrscht und alles angezweifelt wird.
Ich spüre, dass ich schon wieder auf dem besten Weg bin, etwas zu zerstören.

Eventuell spielt Eifersucht eine Rolle, vielleicht ist es aber auch nur das bange Gefühl in mir oder die Zweifel, die immer stärker werden, weil die Veränderungen so deutlich geworden sind.


28.09.2011 / 22:04 Uhr

Schwerelos


So gleiten meine Gedanken immer wieder zurück zu dem einen Moment.
Du und ich, wir beide allein.
Niemand kennt uns hier, niemand sieht uns.
Wir können uns frei bewegen, tun und lassen, nach was uns der Sinn steht.

Und wir taten es.
Ein paar Tage, ein paar Nächte.
Wir lebten.
So wie wir wollten.

Dann ein Moment.
Das Neue greifbar nah, ungewohnt.
Glas das uns umschloss.
Zwei Menschen völlig perplex und um Fassung bemüht.

Es ist vorbei und gehört der Vergangenheit an.
Die Erinnerung daran tragen nur wir Zwei in uns.
Die Gedanken daran werden uns begleiten…


28.09.2011 / 21:06 Uhr

Und wieder…


…hab ich dieses Grummeln im Bauch.

So viele Begegnungen an einem Tag sind auch sehr gewöhnungsbedürftig.
J.S., der Benz und Erik gleich zweimal.
Während der eine von denen strahlte und wahrscheinlich an Wasser denken musste, lächelte der andere nur sanft und verfluchte mich innerlich trotzdem.
Die letzte Begegnung des Tages sah mich nicht, zu viele Autos vor und neben uns…doch erkannte ich wie immer sein Auto schon lange vorher - noch bevor er auf meiner Höhe war und gegen die Sonne anblinzelte.

Kribbelte es?
Ja, nur bei wem wird nicht verraten.
So ganz regiert mein Kopf mein Wesen noch nicht.
Die Vernunft steht immer noch an zweiter Stelle, rückt aber langsam den Gefühlen gefährlich nahe.

Doch was passiert, wenn das eine das andere einholt?
Ganz einfach, eine unbändige Sehnsucht wird sich ausbreiten.
Sehnsucht nach dem was war und was hätte sein können.


28.09.2011 / 20:56 Uhr

Dienstag, 27. September 2011

Unruhe


Eine innerliche Unruhe überkam mich heute Nacht.
Der Herzschlag zu schnell, der Puls raste, kalter Schweiß auf der Stirn.
Rauschen in den Ohren, es klang nach Meer.
Und wieder nur ein paar Minuten Schlaf.

Anstelle etwas daran zu ändern und heute mal das Rezept in der Apotheke einzulösen, düste ich lieber durch die Orte und genoss die verbliebenen Sonnenstrahlen.

Der Job lief heute wieder mittelprächtig und zum Nachmittag hin sogar recht gut.
Das Konzept nimmt Gestalt an und die Worte formen sich nahezu allein zu fachchinesischen Sätzen.

Die Ruhe, wenn die Kollegen weg sind, ist unbeschreiblich entspannend.
Das Rauschen des Straßenverkehrs wirkt beruhigend, die Schritte auf unserem Vorplatz deuten darauf hin, dass ich trotz der Stille im Raum nicht ganz allein bin.

Die Kollegen der „Stadt“ spürt man nicht, auch sie lieben die Ruhe und gehen darin auf.
So schaffte ich heute ab Mittag 3 Seiten Konzeption, es kamen neue Ideen, neue Einfälle, neue Verfahrensweisen auf.
Morgen noch die letzten Stichwörter in Sätze eingebaut, alles in den Antrag übertragen und ich müsste mein Soll am Donnerstag einen Tag vor Fristablauf bewältigt haben.

Darf ich dann Freitag daheim bleiben und mich entspannen?
Vielleicht, mit viel Glück.

Im Oktober gehen die Antragsrunden weiter, Woche für Woche, Konzept an Konzept gereiht.
Auch im November, im Dezember…
So vergeht die Zeit bis Weihnachten wieder wie im Flug und nichts wird wichtiger, als die vielen Ideen innovativ zu verpacken.

Hilft es, mich von allem anderen abzulenken?
Nur bedingt, komplett abschalten kann ich nicht, möchte ich auch nicht.
Manche Fehler muss ich mir selbst vor Augen halten um daran erinnert zu werden, dass es wirklich Fehler waren.

Letztlich nervt einfach alles - auch das getarnte Glück - und die Gedanken ans Verschwinden, still und leise, keimen erneut auf.
Doch Flucht ist keine Lösung, nur die Stärke zählt…


27.09.2011 / 19:34 Uhr