Mittwoch, 24. August 2011

Verdrehte Welt



Was wäre, wenn ich den Spieß im Spiel zwischen Fabi und mir einfach mal umdrehe?
Wenn ich ihn kurz und gefühlsfrei abfertige und es ihm deutlich zeige, dass er mir nichts bedeutet.
Das ich ihn von mir schiebe, wenn er Nähe sucht, ihn behandle wie ein Spielzeug.
Sobald ich keine Lust auf ihn habe, wird er beiseite gelegt.

Ob er es verstehen, den Hintergedanken erkennen würde?
Auf einen Versuch kommt es an…

23.08.2011 / 01:18 Uhr

Montag, 22. August 2011

Dummheit


Darf ich bitte sterben?
Ganz schnell und schmerzlos und vorzugsweise Ende September?
Geht das bitte? Ja? Danke!

Ich habe noch immer seinen Duft in der Nase…
Sehe seine wunderbaren Augen und das süße Lächeln gedanklich vor mir…
Spüre seine Hände und seine weichen Lippen…

Mein Körper schmerzt, die Augen brennen…
Habe einen Knoten im Magen und blankes Eis in den Adern…
Die Pusteln der Brennnesseln lassen mich spüren, dass ich noch lebe.

Es muss aufhören, ich muss ihn wegschicken, gehen lassen und vermeiden ihm zu begegnen.
Dauerhaft und für immer und ewig.
Nichts mehr darf passieren, keine Begegnung, keine Nähe und auch keine Freundschaft.

Noch nie kam ich mir so dreckig, billig und benutzt vor.
Und es tut weh, so unglaublich weh…
Wie kann ein Mensch nur so plötzlich von Engel auf Dämon umschalten?

Dem Engel hätte ich fast meine Gefühle gestanden, nur beinah und versehentlich, weil es der Moment so hergab.
Weil die Sterne strahlten, ein verspielter Wind wehte und es in seinen Armen so wunderbar war.
Das erste Mal, dass er es von sich aus so wollte und mich festhielt, nicht los ließ.

Eine Stunde später…ein Dämon.
Wieso ich mich nach der Lüge noch mal mit ihm traf, kann ich nicht erklären.
Doch ich tat es - wohl in der Hoffnung, dass der Zauber da fortgeführt wird, wo er ein paar Minuten zuvor endete.

Weit gefehlt.
Es war nicht mehr dieselbe Person wie zuvor…

Nun, 2 Stunden später sitze ich hier und denke nach.
Unentwegt frage ich mich, warum, wieso und weshalb das alles nicht eher enden konnte.
Warum ich es schaffte, mich unendlich in diesen Mann zu verlieben, ihm zu vertrauen und ihm zu geben, nach was er verlangte

Wieso ich mich nach ihm richte, meine Zeit nach ihm einteile, auf ihn warte und doch das Unheil ungebremst auf mich zukommen sehe…
Weshalb ich so mit mir umspringen lasse…hörig bin, klein und unschuldig, hilflos….
Warum schreit jede einzelne Faser meines Körpers nach der Nähe dieses Mannes…suchen meine Augen seinen Blick, greifen meine Hände nach den seinen…

Es soll aufhören, es muss aufhören, doch wie werde ich standhaft und kann dem Verlangen ausweichen, seinem und meinem?!
Ein Treffen das alles veränderte.
Ich weiß, dass er spürt, dass etwas verkehrt lief.
Er wird nachfragen, dessen bin ich sicher.
Und dann?

~                                                                             ~                                                                             ~

Man kommt heim, sieht schon von draußen, dass der Weggang eher einer Flucht glich.
Das Licht in der Wohnung brennt noch, der PC läuft, im Bad sämtliche Kosmetik offen und der Kleiderschrank zerwühlt.
Alles aus Vorfreude um schnell das nachzuholen, was 3 Wochen unmöglich war zu genießen.

Ihm gefiel was er sah.
Und mir gefiel, dass er es äußerte.
Die Mühe war somit nicht umsonst und die Vorfreude, das Aufgeregtsein, auch nicht.

Ist es denn eigentlich normal, sich in dem Alter noch so zu fühlen und aufzuführen, wie ein frisch verliebter Teenie vor dem ersten Date?
Dieses Kribbeln im Bauch, der schnelle Herzschlag und das Trällern unter der Dusche?
Die Hektik beim Fertigmachen, das Schneiden beim Rasieren, die Knoten im Haar anstelle es glatt zu kämmen, der zittrige Lidstrich, der ständig abgewischt und neu gemacht werden muss?
Es ist unersetzlich…

~                                                         ~                                                         ~

Ich erfuhr, dass er seinen Urlaub im September auf Oktober verlegt hat.
Eine Faust fuhr mir in den Magen…
Oktober…Ferien…Urlaub.
Wo bleibe ich dabei?

Zu seinen Plänen gehöre ich nicht, habe als Spielzeug für gewisse Stunde keinen Anspruch auf Zeit mit ihm.
Und doch gibt es nichts, was ich mir sehnlicher wünsche.

Er fuhr, müsste dringend los - gab mir einen Kuss und verschwand.
Liebevoll er, verständnisvoll ich.
Langsam fuhr ich den bekannten Weg durch die dunkle Stille.
Zuhause vorbei, wollte nicht heim in die stille Wohnung.

An seinem Stammlokal stand sein Auto.
So sah also sein dringendes Wegmüssen aus.
Die gefühlte Faust schlug erneut zu.
Die Tränen, die seit seiner Abfahrt begonnen hatten zu fließen, verstärkten sich.

Wie durch Nebel fuhr ich zur Stelle unserer ersten Stunde.
Mein Handy blinkte und ich las seine Nachricht, antwortete kurz und knapp und zeigte keine Regung.
Nach einem kurzen Hin und Her sagte ich der zweiten Begegnung zu.
Der, welcher da erschien gab sich Mühe und versaute alles…

~                                                         ~                                                         ~
Dreieinhalb Stunden sind nun vergangen, die Tränen sind für heute verbraucht und die Leere ist abgrundtief.
Mein Verstand hämmert, ich möge es endlich für immer beenden, nicht mehr reagieren und ihn ganz weit aus meinem Leben verbannen.

Im Gegenzug schreit mein Herz, dass ich ihn doch kenne und sein Verhalten verstehen müsste, es darf so nicht enden!
Die Gänsehaut und das Kribbeln im Bauch beim Gedanken an ihn, bestätigen das Gebrummel meines Herzens.

Aber eine kleine Stimme in mir flüstert, dass ich das nicht verdient habe…
…und es irgendwo jemanden gibt, der es wert ist, von mir geliebt zu werden…


22.08.2011 / 01:57 Uhr

Sonntag, 21. August 2011

Sarkasmus


Jeder halbwegs normale Mensch lernt doch bekanntlich aus einigen der vollbrachten Fehler.
Scheinbar gehöre ich nicht zu dieser Personengruppe.

So wollte ich heute nur schnell etwas zu trinken holen, um übers Wochenende hinweg nicht zu verdursten und fuhr ziemlich zielstrebig in den Nachbarort.
Das erste Auto was mir begegnete, war der Clio von Fabi´s Schwiegereltern - Glückwunsch.
Ein böser Blick in meine Richtung des Paares.
Hm, ahnen die was, wissen die was von ihrer Tochter, was mich interessieren müsste?
Oder war der Blick nur so fies, weil ich schick offen mit zu lauter Musik durch das idyllische Örtchen brauste?

Ich ahnte, was kommen würde…
Eine Handvoll PKW´s später kam mir der grüne VW irgendwas entgegen.
Der Fabelhafte am Steuer.
Ein Blick seinerseits, kein Gruß, kein Lächeln.
Ich weiß nicht, ob er wusste, dass ich weiß, dass er es ist.
Unter meiner Sonnenbrille sah man glücklicherweise meine Giftpfeilblicke nicht.
Diese sollten sich aber auch schnell in feuchte Blicke verwandeln.
Verdammt, jeden Samstag derselbe Mist.

Stunden vergingen, in denen ich mich dem weiteren Großputz widmete.
Rolli Kaiser´s Schmachtfetzen begleiteten mich wie immer dazu.
Nicht unbedingt die passendste Musik für die Situation.
In Gedanken war ich nahezu ununterbrochen bei dem Fabelhaften und versuchte ebenso gedanklich seinen Blick in eine Kategorie einzuordnen.

Es ist generell sehr schwer diesen Mann einzuschätzen.
Wie sollte ich dann in der Lage sein, erst diesen starren Blick zu deuten?
Sei es Zufall oder Gedankenübertragung - mein Steinchen blinkte und wies auf eine SMS hin.

Er, ja klar, wer sonst.
Fragte, wann ich denn mal dachte…bezogen auf meinen gestrigen Vorschlag, dass er ja auch mal herkommen könnte.
Und ab da setzte unwillkürlich meine sarkastische Ader ein.
Warum sollte ich ihm schmeicheln oder nach ihm betteln, wenn es ihm doch genauso mies gehen soll, wie es mir in dem Moment ging?

Ich schrieb ihm, dass ich mir dachte, dass wir uns in den kommenden tausend Jahren doch mal wieder treffen könnten oder wenn der Ort zu allen Ausgängen gesperrt ist.
Ob er´s verstanden hat?
Ja, er hat.
Meinte, ich würde doch warten.

Vielleicht hätten diese oben angesprochenen halbwegs normalen Menschen anders reagiert als ich…ich nicht.
Schmetterte ihm nur entgegen, dass es doch sinnlos ist, wenn die Warterei nur einseitig ist.
Seine Reaktion ließ mich wieder in Wasserfälle ausbrechen, er würde doch auch warten, schrieb er.

Statt das Glücksgefühl in mir zuzulassen, maulte ich weiter, bis nichts mehr von ihm kam.
Fein gemacht Mädel!
Warum mache ich es uns nur so schwer?
Sollten wir nicht jede freie Minute für uns nutzen, zumal wir Beide das auch wollen?

Sex von Liebe trennen, so war der Plan.
Er ging meinerseits komplett daneben und bei ihm scheint er ebenfalls nicht 100 % ig zu funktionieren.

Wenn es irgendwann mal abrupt zu Ende geht, dann sicherlich wegen meines sturen Schädels.
Ich bereute es schon in dem Moment, als ich es tat - dieses fiese Verhalten ihm gegenüber.
Weiß ich doch, dass er dort, wo er sich aufhielt, auch nicht wirklich dazu gehört, das er Halt sucht und braucht, bekommen könnte von mir.

Nein, ich werfe mit Steinen um mich, obwohl ich genau weiß, dass ich in einem Glashaus sitze.
Wie des Öfteren kann ich jetzt nur hoffen, dass er es mir nicht zu übel nimmt und verzeiht, dass ich so bin wie ich bin.


20.08.2011 / 23:58 Uhr

Samstag, 20. August 2011

Wahnsinn


Ich habe nun den zweiten Krankenschein - bis 28.8. bin ich zuhause.
Die Chefin ist sauer, mir geht’s nicht besser, aber irgendwie tut es gut.
Ist es nachvollziehbar?
Für Außenstehende sicherlich nicht, aber wer die Situation kennt, kann verstehen, was ich meine.

Viel geschafft habe ich in den letzten Tagen daheim.
Nicht alles ist ausgemistet oder aufgeräumt, aber einen kleinen Überblick über meinen „Haushaltsbestand“ konnte ich mir schon verschaffen.

Auch die Wiedersehensfreude war sehr groß, als ich lang vermisste Dinge wieder fand.
Klamotten habe ich für 2 Jahre genug, ohne waschen zu müssen.
Kosmetik mittlerweile auch, aber nein, ich musste heute wieder 2 dm-Märkte plündern.
Aber was man hat, das hat man und gut ist.
Andere rennen jede Woche mehrfach weg, ich shoppe relativ sinnvoll.
Jedenfalls rede ich mir das ein.

In Wirklichkeit kompensiere ich damit die fehlende Bestätigung.
Welche?
Gute Frage.
Ich erwarte zuviel, das war schon immer so und wird sicherlich auch so bleiben.

Den Fabelhaften habe ich heute kurz gesehen, als ich an ihm vorbeifuhr.
Dieses Lächeln, ich frag mich, wem es galt.
Himmel hilf, was für ein Mann.
Wie er da so stand, neben dem Auto, im Anzug, neuer Haarschnitt, groß, stattlich und so angenehm.
Selbst meine Mom war überrascht.
Sie sah ihn heute das erste Mal.

Seitdem sitzt mir wieder ein Dauerlachen im Gesicht.
Ich bin stolz auf ihn, der Teufel weiß warum.
Was seine Lebensabschnittsgefährtin allerdings abzieht, ist irgendwie erbärmlich.
Für den „Westbesuch“ wird der Clio der Eltern versteckt und gegen den Bora (?) ausgetauscht, der Golf darf natürlich da bleiben.
Das rote Kostüm, in dem sie heute steckte, bewog mich dazu „ein Männlein steht im Walde“ zu singen.
Der Haarschnitt zu kurz und irgendwie zu gelb, alles in allem ist die Frau ziemlich unfraulich.

Die Beiden spielen das idyllische Paar vom Lande nahezu perfekt, wenn man nur nicht allzu genau hinschaut.
Dann wirkt die Fassade eher traurig, bröckelt und fällt in sich zusammen.
Doch irgendwas, außer dem Zwerg, wird die Beiden schon miteinander verbinden.
Ich weiß nicht, was es ist, will es nicht wissen, bin aber trotzdem ein wenig neugierig.
Fragen werde ich ihn sicherlich vorerst nicht.

Was sagt mein Gefühl dazu?
Ohne weiter darüber nachzudenken - ich will ihn - ein Stückchen vom großen Kuchen.
Nur nicht verlieren, nicht aufgeben, IHN nicht aufgeben.
Ja er ist mir wichtig und es kribbelt.
Bei jeder SMS, bei jeder Begegnung, bei jedem Gedanken an ihn - selbst jetzt.
Spüre wieder dieses innerliche Schmunzeln, denke an seine Verrücktheiten und beginne seine anziehende und doch unantastbare Nähe zu vermissen.

Ein Widerspruch in sich selbst, doch so muss es sein, wenn etwas nicht sein darf.
Wann sah ich ihn das letzte Mal?
Am 07.08.?!
Zu lange her.

Natürlich warte ich noch immer auf eine Reaktion von Erik.
Doch ich habe gelernt, mit der Funkstille umzugehen.
Noch 2 Wochen bis zur Kirmes - bis zu dem Tag vor 3 Jahren.
Entweder geschieht ein Wunder oder nicht, wenn nicht, werde ich es auch überleben und wieder mit offenen Augen der Männerwelt gegenüber treten.
Der Fabelhafte zählt in dieser Situation ja leider nicht, jedenfalls offiziell.

Sonstige Neuigkeiten?
Ja, ich habe dem „Benz“ nun bestätigt, dass ich sein (für andere noch unausgesprochenes) Angebot annehmen würde, wenn es zustande kommt.
Ich bete weiterhin zum Wettergott, dass er mir diesen Wunsch erfüllt.
Es wäre zu schön und eine gelungene und sicherlich auch aufregende Abwechslung, für mich jedenfalls.

Viel ist nunmal in den vergangenen Tagen nicht geschehen.
Aber ich genieße diese Ruhe in vollen Zügen und hoffe auf Besserung meines Seelenheils…



20.08.2011 / 01:34 Uhr

Gewitter


Nicht nur draußen, sondern auch in mir.
Mein Herzl spielt verrückt, und das nicht im übertragenem Sinne, sondern ganz reell.
Ich geh mal davon aus, dass die Hektik der vergangenen Wochen nun ihren Tribut fordert.
Der Doc wird mir morgen hoffentlich mehr dazu sagen können.

Sonst was Neues?
Nein, eigentlich nicht.
Texte jeden Tag mit Finchen über Gott und die Welt.
Persönliche Fragen kommen fast keine auf, die die Vergangenheit betreffen.
Auch gut so, ich mag nicht drüber reden.
Das kann sie mit ihrer Mutter klären.

Heute hat mir der Benz ein verlockendes Angebot gemacht, dass ich auch nicht ausschlagen werde.
Was das ist, wird jetzt noch nicht bekannt gegeben.
J.S. meint immer, wenn man vorher drüber spricht, erfüllt es sich nicht.
Also versuche ich mal Stillschweigen zu bewahren und drücke die Daumen, dass alles nach Plan verläuft.

Eine Person wird da zwar etwas säuerlich reagieren, aber die geplante Woche hat ja glücklicherweise noch mehr Tage zum Nachholen diverser Aktionen.
Weia, es ist schwer Umschreibungen zu finden, um nicht zu plaudern

Nun gut, auch das ist noch ein paar Tage - eigentlich Wochen - hin.
Bis dahin kann ich also getrost Ordnung in mein Chaos bringen, vielleicht sogar schneller als geplant, wenn ein Krankenschein und wenig Arzttermine morgen rausspringen.

Ich muss grad heimtückisch schmunzeln.
Der Fabelhafte hatte grad die Idee mich zu fragen, ob alles in Ordnung ist.
Ist es nicht, meinte ich und das ich ihm genaueres sagen kann, wenn ich morgen von Doc komme.
In dem Moment wird ihm wohl ebenfalls das Herzl etwas schneller geschlagen haben, als er fragte: „Ohhh…Schwanger?“

Er kann mit manchen Dingen einfach nicht umgehen, Gefühle gehören definitiv zu diesen Dingen.
Aber ok, dass ist ganz gut so, denn so bewegen sich meine Gefühle für ihn auf ein einem normalem Level.
Denn schon ist Funkstille, nachdem ich nicht auf seine sexuellen Anzüglichkeiten eingegangen bin - Stellenwert erkannt?!
Vielleicht meldet er sich ja morgen noch mal - nur um nachzufragen.
Das wäre mal eine tolle Reaktion und vor allem ein kleiner Lichtblick, dass ich ihn nicht ganz kalt lasse.

Ach was soll´s.
Eigentlich ist es egal, weil sich doch meine Wünsche in eine andere Richtung richten.
Doppeltgemoppelt, genau wie meine Doppelmoral.
Doch irgendwie lässt mich das Horoskop nicht ganz in Ruhe.
Vielleicht geht der Wunsch aus dem Brief in Erfüllung, doch vielleicht ist auch die Aktion mit dem Benz gemeint?

Ich bin aufgeregt.
Momentan ist wirklich alles zuviel und ich bin nichts mehr gewöhnt, wie es scheint.
Es gab Zeiten - lang ist´s her - da war ich wesentlich belastbarer.
Körperlich und auch vom Nervenkostüm her.

Es kann nur besser werden…


14.08.2011 / 22:46 Uhr

Lass mich dir mein Leben erklären…

…so soll er lauten - mein Buchtitel!
Endlich habe ich etwas Passendes gefunden, um mein Niedergeschriebenes zu betiteln.

Heute nun Tag 2 der Woche.
…und ich habe die Nase gestrichen voll, bis oben hin und höher.
Der Job macht mich mürbe, meine Chefin treibt mich in den Wahnsinn.
Warum ist die Frau so stur und unnachgiebig?

Es besteht nach vielen Jahren nun die Möglichkeit, mal strukturiert und „attraktiv“ zu arbeiten, aber nein, sie legt sich mit der Stadtverwaltung an, nur um ihren Kopf durch die Wand zu schlagen.

Ich stehe zwischen den Stühlen.
Weder kann ich ihr in den Rücken fallen - ich müsste es böse ausbaden - noch kann ich der Verwaltung öffentlich Recht geben - auch dafür müsste ich büßen.
So geht das Drama erneut los - wir werden gehasst.

Nicht nur, dass uns der Lagerraum genommen wird, nein, wir legen uns auch noch mit den Gönnern und Fürsprechern an.
Ich verstehe diese Einstellung von meiner Chefin nicht, kann es einfach nicht nachvollziehen.
Wir müssen nicht immer die Sieger sein, müssen nicht immer auffallen und schon gar nicht im Negativen.

Ist es denn nicht mal möglich, in Ruhe und Frieden etwas zu beginnen?
Es sollte ein Neuanfang sein, doch geht man da wirklich mit dem Kopf durch die Wand?
Ein klein wenig Taktgefühl wäre doch angebracht meines Erachtens nach.
Aber nein, ich will, ich muss es so haben, das ist so, weil ich das so will!!!
Ja, weiter so - voll am Ziel vorbei.

Ich versuche mich da nicht reinziehen zu lassen und zur Not werde ich Stellung beziehen.
Aber erstmal still sein und schauen, wie weit das Spiel getrieben wird.
Bisher komme ich mit den neuen Kollegen, den Alt-Eingesessenen - ganz gut klar.
Und so soll es bitte auch bleiben.

Vielleicht hab ich jetzt morgens öfter das Glück, dass mir auf dem Arbeitsweg eine bestimmte Person aus vergangenen Zeiten begegnet.
Er zaubert mir immer noch ein wohliges Gefühl, mit seiner authentischen Ausstrahlung - er hat eine dermaßen beruhigende Wirkung auf mich, dass es sich nicht in Worte fassen lässt.

J.S.


Neuer Tag, neues Glück.
Heute nun Mittwoch, noch ein Arbeitstag bis zum Wochenende und ich bin kaputt.
Eine perfide Mischung aus Frühjahrsmüdigkeit und Winterschlaf.

Im Büro ist ein wenig Ruhe eingekehrt und ich spüre, dass es auch dort an Kommunikation mangelt und man sich untereinander durch den Kakao zerrt.
Weiberbetrieb, mehr muss ich nicht sagen.
Das Interview übers Berliner Ministerium habe ich heute gut überstanden.
Da es anonymisiert wird, erfährt niemand, wer den geistigen Dünnpfiff von sich gab.
Doch Müdigkeit und Aufregung in einem sind für mein Denkvermögen lähmend.
Nachdem die Dame aus Berlin - und sie war goldig - gegangen war, fielen mir auch sämtliche Projektinhalte, wie aus der Pistole geschossen, wieder ein.

Die Nächte werden immer kürzer.
Der Fabelhafte hält mich wach - Montagnacht, Dienstagnacht und heute…
Na heute wird es eine besonders schlimme Nacht werden.
Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich mag einfach zurzeit nicht mehr.
Bei mir sieht es langsam aus wie auf einer Müllkippe und ich komm nicht vorwärts.


Der Donnerstag ist nun nahezu rum.
Der Job nervt täglich mehr und meine Chefin raubt mir den allerletzten Nerv.
Nicht mal in Ruhe die notwendige Arbeit kann man erledigen, selbst beim Mittagessen quält sie mich mit unnötigen Fragen und zeigt mir uninteressantes Zeugs.

Dinge, die ich ja nie wissen oder können „durfte“, müssen mir urplötzlich vertraut sein.
Selbst der Kontostand per Ferndiagnose, obwohl wir schon tagelang diskutieren, dass mal jemand aktuelle Kontoauszüge holen müsste.
Klar, ich bin Superfrau und zugleich Hellseherin.

Ich weiß nicht, was schlimmer ist - der neuerliche Lagerumzug oder die Büroarbeit.
Unser neues Lager wird nun im ehemaligen Knast Hoheneck untergebracht.
Wie passend für das zänkische Weibervolk, im damaligen Frauenknast nach Material suchen zu müssen.

Etwas von den Sachen, die dringend an Schriftverkehr erledigt werden müssen, hab ich mir zwar heim gemailt, aber gibt es hier doch wirklich Wichtigeres zu tun.
Ich hab so die Nase voll, so sehr…

Ansonsten nichts Neues - kein Erik, kein Fabelhafter…nur jede Menge unbrauchbare Gefühle und Stress.


11.08.2011 / 21:04 Uhr

Finchen


 
Nun sitze ich hier und spüre einen kalten Schauer nach dem Anderen meinen Rücken entlang jagen.

In meiner Taskleiste werden viele Fenster angezeigt, doch nur eines starre ich an und warte auf eine Veränderung.
Erschrecke, wenn sich eine rote Zahl in der Nachrichtenanzeige von Facebook zeigt.
Denn ich schreibe mit ihr - mit Fine.

Sie hat keinen blassen Schimmer, wer ich wirklich bin und ich kann es nicht begreifen, sie dort durch einen dummen Zufall gefunden zu haben.
Das letzte Mal sah ich das Mädchen 1996, sie war da 8 oder 9 Jahre alt.

Ein zartes hübsches Ding, mit langen hellbraunen Haaren, still, schüchtern und liebenswert.
Schau ich mir jetzt ihr Foto an, komme ich nicht umhin, leicht zu schmunzeln.
Ein pausbäckiges Girl, etwas Punk, etwas „dörflich“ und eine enorme Ähnlichkeit mit ihrer Mutti.

Nur das Lächeln hat sie nicht von ihr.
Fine hat einen Schmollmund, ein süßes Lächeln.

Jetzt sitzen wir beide an unseren PC´s und schreiben.
Sie spürt, dass irgendetwas nicht stimmt.
Ein feines Gespür hat sie, Taktgefühl und diese innere Unruhe.

Sie rätselt, ist erstaunt dass ich ihren Spitznamen kenne.
Mir wird immer wärmer ums Herz und doch verspüre ich Angst.
Fine wird fragen.
Sie wird ihre Mutter nach mir fragen.

Und dann?
Kommt dann eine üble Geschichte oder die Wahrheit ans Tageslicht?
Wird das Mädchen dann noch mit mir kommunizieren wollen, wird sie es dürfen?

Wieder steht mir eine unruhige Nacht bevor, denn irgendwie möchte ich auch nicht an all das Vergangene erinnert werden.
Ihre Mutter meinte schließlich immer, ich gehöre nicht dazu.
Gehöre nicht zur Familie.

Doch sie sieht so lieb aus…die Kleine…meine Nichte…


10.08.2011 / 22:50 Uhr