Samstag, 10. September 2011

Ein anderes Gefühl von Sehnsucht

Das Sonnenlicht schmerzt in den Augen.
Die Helligkeit lenkt ab.
Gedanken, die nicht gedacht werden sollten, breiten ihre Schwingen über mein Tun aus.
Du.
Hier und dort, überall.
Nur du.
Deine Nähe fehlt mir.
Deine Worte, deine Blicke, deine Berührungen.
Du fehlst mir.
Geschehe was wolle, aber lass es mit dir zusammen geschehen.
Werde abhängig, werde sentimental - wie ich.
Habe Angst vor dem Anderen, dass von uns Besitz ergriffen hat.
Spürst du sie auch?
Die Angst vor dem Neuen.
Genieße es, nutze es aus.
Wie ich.


10.09.2011 / 17:09 Uhr

Leben


Samstag, Sonne und ich sitze zuhause.
Furchtbare Kopfschmerzen plagen mich, welche durch die Geräusche der Rasenmäher und Motorräder aus der Nachbarschaft noch verstärkt werden.

Der Tag ist zu hell, alles ist zu laut und ich sitze in meinem persönlichen Chaos und möchte heulen.
Je mehr ich ausmiste, desto weniger Platz habe ich unlogischerweise geschaffen.
Egal was ich anpacke, es ist überflüssig.
Es nimmt Platz weg, steht im Weg und passt nirgends dazu.

Wie im wahren Leben…

Ich habe heute zu lange geschlafen.
Der erste Versuch des Aufstehens nach 5 Stunden hin- und herwälzen im Bett, war eindeutig zu zeitig.
Danach fiel ich in eine Traumphase, die so nicht hätte aufwühlender sein können.
Der Job, die Kollegen schoben sich in meine Traumwelt, Räume, in denen ich viel schöne Zeit verbrachte.
Ich mag nicht daran denken, der Abschnitt ist vorbei, ein abgeschlossenes Kapitel.
Ebenso wie die Person, die sich träumerisch als Kollege in das Geschehen schmuggelte.
Erik.

Zwei Kapitel innerhalb eines halben Jahres wurden beiseite gelegt.
Veränderungen, mit denen ich nur schwer umgehen kann.

Im weiteren Traumverlauf handelte es sich um das Feuerwehrfest und den Fabelhaften.
Er, der plötzlich als Single vor mir steht, die Hände ausstreckt und mich mitnimmt in ein neues Leben.
In ein gemeinsames Leben.

Das Aufwachen war nicht gewollt, nicht in diesem Moment.
Mein Unterbewusstsein muss mich sehr hassen, um mir so was anzutun.

Ich werde mir zukünftig mehr Mühe geben, nicht nur bei der Bewältigung des Alltags - nein - auch bei ihm.
Irgendetwas in mir schreit regelrecht, dass es sich wirklich lohnt, auch wenn logisches Denken genau dies abstreitet.

Die Chatunterhaltung mit meiner Schwester heute Morgen / vergangene Nacht, riss wieder alte Wunden auf.
Derartige Unterhaltungen in live hätte ich gern vor Jahren erlebt.
Gemeinsamkeiten im Handeln, Denken und Träumen wurden festgestellt, Wünsche und Erkenntnisse glichen sich aufs Haar.
Vielleicht war diese Getippe der Grund, warum mir heute der Schädel schwirrt, warum die Träume so zusammenhangslos Lebensabschnitte von mir aufrollten.

Die Suche nach dem roten Faden im Leben gestaltet sich zunehmend schwieriger.
Michi´s Nachricht heute Morgen, dass wir einen Mann für mich suchen müssen, damit ich eine Familie gründen kann, ärgerte mich.
Ist es denn wirklich das einzig Wahre, was das Leben einer Frau ausmacht?
Wenn das denn wirklich so wäre, warum ist Michi selbst dann nicht glücklich mit ihrem Leben?

Ich ziehe Vergleiche und gewinne irgendwie mit meiner Entscheidung, kein Heimchen am Herd geworden zu sein.
Es wäre eine Situation, mit der ich jetzt noch weniger klar käme, dessen bin ich mir sicher.

Weitere Vergleiche bringen mich allerdings ein wenig zum Schmunzeln.
Die Unterhaltung gestern mit Plümschän.
Der Vergleich zwischen der Kaffeemaschine und Apple, irgendwie ein interessantes Verhaltensmuster.
Er sieht sich und sie als etwas „Besseres“ an, demnach auch dieses qualitative Markenbewusstsein.
Der Fabelhafte denkt ebenfalls so.
Ich erinnere mich an seine Worte, die auf meine Freunde bezogen waren, welche doch unter meinem Niveau wären.

Sind es die unnahbaren Menschen, die durch Materielles ihre Unzulänglichkeiten begleichen wollen?
Anstatt Nähe und Gefühl zu geben und zuzulassen gibt es „Marke“?
Gehört man zu den besseren Menschen dieser Welt, wenn man nach außen hin für sich steht und niemanden - bis auf wenige Ausnahmen - an sich heran lässt?
Möglich.
Die Parallelen der beiden Männer, in dieser und anderer Hinsicht, lassen diese Annahme zu.
Meine eigene Auffassung dazu, und mein Kaufzwang von Besonderheiten, werde ich jetzt noch nicht offen zugeben, auch wenn es ersichtlich ist.
Es wäre ein Zugeständnis…

Die Minuten vergehen, ich müsste etwas tun, viel tun und finde keinen Antrieb.
Dieser liegt sehr wohl augenscheinlich vor mir, dennoch fehlt die Umsetzungskraft.
Jeder Schritt tut weh und fühlt sich sinnlos an.
Ich WILL, dass es sich sinnlos anfühlt, um besser leiden zu können, um Ausreden parat zu haben, für Situationen, die ich mir eigentlich herbei sehne.

Selbstzerstörerisch war ich schon immer, nur langsam nimmt dies Ausmaße an, denen ich gar nicht mehr gewachsen bin.
Grenzenlose Faulheit macht sich in mir breit.
Ein Schritt, ein Handgriff.
Leichter gesagt, als getan.

Aber es lenkt ab, der Spaß kommt beim Tun wie angeblich der Appetit beim Essen.
Nun ja, Spaß sieht definitiv anders aus bei mir, aber letztlich ist es ein lohnenswertes Unterfangen.
Putzen als Ablenkung, Umgestaltung als Neubeginn.

So sei es, weil es das Leben so will…


10.09.2011 / 16:49 Uhr

Ängste


Herrührend durch den Film, beginne ich mir wieder Gedanken um den Fabelhaften und mich zu machen.
Ich möchte es nicht, doch es kommt ganz automatisch und Ablenkung gibt es nicht.

Wie weit wird es bei uns noch gehen, was werden wir uns noch antun, wie nahe werden wir uns noch sein?
Schaffen wir beide den Absprung, das Lösen voneinander, bevor es anderen auffällt?
Werden wir leichtsinnig in unserem Taumel und verraten uns selbst?

Langsam versuche ich die Gefühle für ihn einzudämmen und mir selbst gegenüber zu verleugnen.
Ich lerne den Abstand zu schätzen und meide Begegnungen, versuche tapfer, mich nicht als Erste zu melden.
Leider erst seit 2 Tagen, aber ich leide nicht drunter unter der bisherigen Ruhe und verspüre auch nicht den Drang, an der Stille etwas zu ändern.

Die Ohnmacht, tiefe Empfindungen hilflos aufkommen zu lassen, möchte ich bei ihm nicht mehr spüren.
Diese Wehrlosigkeit und das Ausgeliefertsein einem anderen Menschen gegenüber, ausgelöst nur durch wenige Worte, einem Blick oder der bloßen Anwesenheit, sind unerträglich für mich.

So möchte ich in einer echten, greifbaren Beziehung empfinden, aber nicht mehr bei unserer Story.
Die Gedanken kann ich nicht abstellen, aber ich kann mich bemühen (ich muss und ich werde!), sie auf ein Minimum zu reduzieren.

06.09.2011 / 03:00 Uhr

Brokeback Mountain


Was für ein grausamer Film.
So ruhig, bewegend und fesselnd.
Wenige Worte, stille Handlungen und doch so unendlich viel Inhalt.

Und schon nach kurzer Zeit nehmen meine Gedanken ihren Lauf.
Die Schauspieler werden durch reelle Personen besetzt und funktionieren in ihren vorgegebenen Rollen.
Sicherlich entspricht die Szenerie nicht dem Hier und Heute, aber die Beweggründe, Handlungen und Gefühle sind der Wahrheit sehr nah.

Es ist nicht das typische Genre von Film, welches ich sonst bevorzuge.
Dennoch war ich sehr überrascht, mitgerissen und fasziniert.
Ich konnte mitfühlen, empfinden, was die Zwei empfanden.
Und ich litt genauso, wie der Hinterbliebene litt.
Auch ohne Verlust, doch allein die Vorstellung, es könnte so oder anders passieren, nahm mir den Atem.

Ein Film mit Charakter, mit Hintergrund, den man ohne emotionales Grundempfinden eventuell nicht richtig zu schätzen weiß.

Nein, dies ist jetzt keine Bewertung über einen Regisseurs-Geniestreich, sondern nur ein Wiedergeben meiner Empfindungen, meiner Reaktionen zu einer Geschichte, die aus dem wahren Leben stammen könnte.

In mir spiegelten sich einzelne Szenen wieder, die ich nicht unkommentiert lassen konnte - daher dieser Blog.


06.09.2011 / 02:38 Uhr

Flohmarkt für Gefühle


 
Man denkt, man tut das Richtige und richtet mehr Schaden an, als vorher schon kaputt ging.
Gefühle und Gedanken, Erklärungen und Entschuldigungen werden schriftlich festgehalten. Hoffentlich verständlich genug, vor lauter Aufregung, formuliert und letztlich 100 mal neu geschrieben.
Bis man das Gefühl hat, jetzt passt es - er wird es verstehen und wissen.

Doch möchte man ja keinen Roman über die letzten Monate verfassen, sondern nur einen kleinen, für einen selbst notwendigen Brief.
Die originalen 5 Seiten werden auf 3 kleine Seiten gerafft, zitternd und mit Begleitschutz an den gewünschten Leser überbracht.
Der Inhalt: die Wahrheit und ein Ort, 3 Tage , 3 Möglichkeiten…

Dies ist mittlerweile Vergangenheit.
Sternschnuppenwünsche sind ebenso sinnlos wie Horoskope.
Letztlich war der Gedanke utopisch.

Und nun?
Es ist Zeit neu anzufangen.
Ein Berg, hochgestapelt mit Gefühlen und Träumen, muss nun abgetragen werden.
Stück für Stück.
Doch wohin damit?
Ein Flohmarkt für Gefühle und Träume.

Biete Gefühle und Träume zum kleinen Preis.
Sie sind nicht mehr neu, haben Gebrauchsspuren.
Ihr Wert, Dank der daran hängenden Erinnerungen, ist unzahlbar.
Sie sind phantasievoll, liebevoll, etwas verrückt, ehrlich und kommen von Herzen.
Kreativ verpackt, aber leider unsortiert.

Schade, wenn man so etwas Kostbares hergibt, doch ist es so besser, als sie ein Leben lang ungenutzt zu stapeln…


06.09.2011 / 01:26 Uhr

Montag, 5. September 2011

Unnormal…


„Ich würde mich selbst nicht erkennen, wenn ich mir begegnen würde.“
So Carry im ersten Film von SatC.

An dieser Stelle sollte jetzt eine kleine Erzählung folgen, die kurz die Geschehnisse des Freitagabends wiederspiegelt.
Es geht nicht.
Mein Magen krampft, mich frierts und schüttelts und es ist reine Körperbeherrschung, mich nicht vor dem Monitor zu übergeben.

Somit zurück zum ersten Arbeitstag am Donnerstag.
War nicht sonderlich weltbewegend.
Glücklicherweise wurde ich des Öfteren unterbrochen, sei es durch Gespräche oder dem Chat nebenbei.

Danke auch an R. für seine Stippvisite und das Reden und Zuhören.
Hat mir viele Gedankengänge erleichtert.

Die Ausstellung unserer Initiative abends lief ganz gut.
Leider war niemand von der Landjugend da - schade, hatte mich auf die Jungs gefreut und eigentlich wars ja auch versprochen gewesen.
Aber man kann nicht alles haben.

Da der Tag irgendwie in die Knochen ging, wurde nichts mehr aus einem Treffen zwischen dem Fabelhaften und mir.
Traurig aber wahr…wieder eine Woche ohne ihn, aber wenigstens verstehen wir uns wieder.

Den Anfang machte ich am Mittwoch per FB-Chat.
Was sich daraus entwickelte und wie lang ich ihn an den Rechner fesseln konnte, war faszinierend…

* verflixt, ich hab eine Schreibblockade - bis zu diesem Abschnitt benötigte ich schon 48 Stunden *

Freitag:
Frühmorgens auf Arbeit mit dem Wissen, dass ich ohne meine Kollegen im Büro bin, sondern nur mit den Damen der Verwaltung.
Ok, die ersten 2 Stunden war ich ganz allein.
Das war perfekt - Staub wischen, Kisten ausräumen, Papiere ausmisten und dann ganz wichtige Sachen wie terminieren, koordinieren und facebooken.

Ab mittags dann dezent in Hektik verfallen wegen des Kirmesabends.
ENDLICH mal wieder nach 2 Jahren 3 Tage Party.
Ja denkste.
Klar war es eine gewisse Zeit lang schön, man traf alte Bekannte, gute Freunde, es wurde gelacht, getanzt und getrunken, aber nichts fiel aus dem Rahmen.
Eigentlich…

Ich konnte sogar einige Zeit - wenn auch viel zu wenig - mit J.S. verbringen, viel reden, kurz knuddeln, seinen Blick aufsaugen ebenso wie sein Lächeln und mich heimlich darüber freuen, das er sich über das Fehlen meines Autos an der Firma wunderte.
Hach, göttlich er denkt an mich und schaut nach mir.
Das war übrigens das Beste am Abend.

Abgesehen davon, dass er immer noch mit diesem komischen Krakel liiert ist und wir nicht mehr rumkuscheln, war er eigentlich derjenige, der diesen Tag für mich wichtig werden ließ.

Der Rest bleibt besser im Verborgenen.
Nur soviel….eine Freundschaft endete, weil ich kein Feigling sein wollte…

Samstag:
Der letzte Mai Tai Samstagmorgen (ich war erst gegen 5 Uhr zuhause) war definitiv schlecht und ich hatte nur den einen.
Den kompletten Samstagvormittag im Badezimmer zu verbringen war nicht Teil meiner eigentlichen Tagesplanung.

Auto vom Festplatz holen, einkaufen, Nahrungssuche, stylen und Vorfreude haschen für den Abend, mussten auf 1,5 Stunden reduziert werden.
Naja, die Spuren der vergangenen Nacht konnten eh nicht weggeschminkt werden und die Laune blieb auch irgendwo unter der Dusche haften.

Und da ich immer noch nichts gelernt habe, was das Einkaufen Samstagnachmittag im Nachbarort angeht, hatte ich wieder das Vergnügen am Fabelhaften mit Anhang vorbei zu fahren.
Sie in einem kurzen roten Kleid - verdammt und nein, ich sing jetzt nicht das Männleinlied - und er seriös, als ob er von Arbeit käme.
Anhand dessen was sie aus dem Kofferraum packten nehme ich an, sie waren bei ihren Eltern im Garten oder schlimmer, im Freibad.

Wo auch immer, er dort und nicht bei mir.
Und immer wieder schön: nie lächeln die Beiden zusammen…warum auch, sind ja nur ein Vorzeige-Pärchen.
Ich schrieb ihm kurz eine SMS, deren Antwort darauf viel zu lange dauerte.
Aber wenigstens kam was.

Zuhause gings dann flott, schnell umgezogen, Haare verknotet, eine halbe Packung Käse verputzt und ab gings Richtung Wasserschloss zum Matze-Konzert.
In Gedanken immer abwechselnd bei der Kirmes und beim Fabelhaften.

Silvia war schon da, Falko, Michi und die Kids Maria und Annabell (Leihkind) kamen nach einer gefühlten Ewigkeit dazu.
Es dauerte unendlich lang eh wir drin waren, alles proppevoll, laut, teuer und irgendwie sinnlos.
Nun gut, mitgehangen, mitgefangen.

Ein paar Bekannte traf ich dort trotzdem, erkannte sie auch noch in der Dunkelheit und schaffte es sogar, mit Falko textsicher mitzuhalten.
Nur seine Lautstärke konnte ich nicht übertönen.
Mein Gehör und die Kopfschmerzen danken es ihm jetzt noch.

Streit gab es auch, nur ich war ausnahmsweise mal nicht drin verwickelt sondern tröstete ein paar Minuten die Kids und gut.
Matze grölte grad sehr charmant „Hey ich hab mich so auf dich gefreut“, als mein Handy blinkte.
Jippieh, passend dazu eine Nachricht vom Fabelhaften.

Die umstehenden Leute schmunzelten, als ich mich strahlend mitten ins Gewühl auf den Boden pflanzte und brav SMS schrieb.
Klar für ein 40€-Konzert lässt man diverse Dinge schon mal weg, so wie die Simserei oder ähnliche sinnfreie Dinge.
Nee, ich nicht - nicht bei ihm.

Irgendwas hab ich entweder falsch ausgedrückt oder er hat es mal wieder falsch verstanden, jedenfalls kam nach einem bestimmten Text meinerseits nichts mehr von ihm - bis jetzt noch nicht.

Nach dem Konzert haben wir schnell die Kids heimgebracht und ab gings auf die Kirmes.
Das allerdings hätten wir uns sparen können.
Da waren zwar noch ein paar Leute, viele kannte ich auch, aber die Stimmung konnte man getrost unter Ulk verbuchen.

Denis zerrte mich gleich auf die Tanzfläche, da erkannte ich dann auch die Band - ach nee, wiedermal die Top Dance Band - und irgendwie nahm auch da wieder das Übel seinen Lauf.
Leider befanden sich auch die netten Personen der „Neukirchener High Society“ im Zelt.
Das die sonst so schleimige Dagmar ihrer Freundin zubrüllte „Ich warne dich“ entging mir nicht, auch verstand ich den Hinweis.
Aber ok, man schlägt sich nicht auf öffentlichen Veranstaltungen solange diese nicht als Weibercatchen deklariert sind.

Lange dauerte der Abend nicht mehr.
Ich winkte kurz zu den Technikern, mehr Nähe bekam ich von J.S. nicht an dem Abend, trank meine Cola und tanzte noch zweimal mit Denis.

Man wunderte sich, warum der Klampfenklopfer der Band schnurstracks auf mich zukam und mich drückte, aber was gemurmelt wurde verstand ich nicht, mir war es auch egal.
Das er eigentlich ein Bereichskollege aus der Jugendarbeit ist, wusste wahrscheinlich niemand außer mir.
Bin ich halt ein Groupie, von mir aus.

Die Band beendete ihr Spiel, die Bars räumten zusammen, es gab einfach keinen Tropfen mehr und plötzlich gingen auch die Lichter aus.
Ok, war das Fest halt alle.
Meine Laune war eh am Boden.

Man verabschiedete sich mehrfach, außer von Mike und J.S., zu denen ich nicht ging, und ab gings zu den Autos.
Ich quatschte noch kurz mit dem Sohn meiner Lieblingskollegin und dessen Freundin (die gewarnte Freundin von Dagmar) und der Abend war samt Nacht irgendwie gelaufen.
Als ob der Lichtschalter auch das Aus der Nacht war, ein seltsames Gefühl.

Am Auto brüllte mich Dagmar noch an, warum ich fahren will, wenn ich gesoffen hab.
Eigentlich wäre das der Moment zum explodieren gewesen, nur fielen mir die guten Konter erst zuhause ein.
Ich brüllte nur zurück, dass ich trotz Red Bull und Cola extrem fahrtauglich bin und krachte die Tür zu.
Was nimmt sich dieses froschartige Wesen eigentlich raus, SO mit mir zu reden?
Sorry an alle Frösche dieser Welt…

Ich weiß wo die arbeitet und glücklicherweise bin ich da auch nicht selten shoppen.
Rache ist bekanntlich süß und schmerzhaft…warte ab spitzzüngiges Wesen!
Meine Laune war dann mittlerweile ganz auf dem Nullpunkt.
Ich war zu kaputt, die letzten Wochen hatten nunmal Spuren hinterlassen und dann werd auch ich des Streitens müde.

Allerdings bewog es mich dazu, dass WE noch einmal zu überdenken.
Das Fernweh steigerte sich, die Gedanken nahmen unwillkürlich ihren Lauf und an einen ruhigen Schlaf war nicht mehr zu denken.
So zog sich das auch durch den Sonntag.
Dies war ein umsonst gelebter Tag.

Von Erik habe ich weder etwas gesehen, gelesen oder gehört.
So sei es.
Der Brief brachte also keinen Erfolg und es sei bewiesen, dass Sternschnuppen keine Wünsche erfüllen und Horoskope nicht auf Wahrheit beruhen.

Deprimiert mich das nun?
Ja, in gewisser Hinsicht schon.
Aber die Schwäche kann man auch auf eine Ziellosigkeit zurückzuführen.
Irgendetwas muss ich tun, für mich selbst und zwar schnell.
Und ich meine damit weder shoppen, noch ausgehen oder ähnliches.

Es gibt noch soviel zu berichten und das, was schon geschrieben steht, noch auszubauen, aber irgendwas hindert mich daran.
Nichtmal der Regen und das Gewitter jetzt im Hintergrund bewegen mich oder spornen mich an.
Ich fühle mich leer.

Es besteht keine übermenschliche Sehnsucht nach dem Fabelhaften, kein Verletztsein wegen Erik, keine Traurigkeit über die wenigen Minuten mit J.S., einfach nichts dergleichen.
Ebenfalls fehlt die Freude auf die kommenden zwei Urlaubswochen, auf mein Auto, dass morgen bestimmt wieder fährt mit seinem neuen Schuh.

Leere.

Kein Gefühl des Verliebtseins, keine deutlichen Wünsche, keine Pläne, immer noch keine Ziele, keine Glücksgefühle, keine Trauer.
Ich mag nicht essen, nichts trinken, nicht wach sein, nicht schlafen.
Möchte nicht TV schauen, keine Musik hören, nicht lesen und auch nicht rausgehen.

Leere.

Desinteresse an allem, Schlappheit, Trägheit bestimmen mein Handeln, das somit nicht stattfindet.
Zuviel Kaffee, zu viele Zigaretten und zu wenig Gesundes.
Keine Frischluft mangels Verlassen der Wohnung, eine gewöhnungsbedürftige graue Gesichtsfarbe, keinen Antrieb daran etwas zu ändern.

Leere.

Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, generelles Unwohlsein.
Genervtsein, weil der Fernseher zu laut ist, doch bin ich zu faul aufzustehen und ihn abzuschalten.
Alles eventuelle Zeichen, dass ich endlich etwas tun sollte.
Es ist mir egal.

Leere.


05.09.2011 / 02:57 Uhr

Mittwoch, 31. August 2011

Leerlauf


Leere vermischt mit Verzweiflung.
Das Gefühl, dass mir zur Zeit alles aus den Fingern gleitet, auch wenn ich es nur kurz berühre, nimmt zu.

Vor der Arbeit graut es mich, auch wenn es erstmal nur der Donnerstag ist und ich genau weiß, dass ich zum späten Nachmittag auf ganz besondere Kollegen treffen werde.
Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind und die ich daher sehr mag.

Es tröstet mich nicht.
Meine Chefin wird an dem Tag wahrscheinlich nicht da sein, sie sprach jedenfalls vergangene Woche davon.
Ich kann es für mich nur hoffen…

Meine liegen gebliebene Arbeit und einen kleinen Vorlauf möchte ich an diesem Tag schaffen um den Freitag zu umgehen.
Der Tag gehört mir allein und der Abend soll zum Feiern da sein.
So auch der Samstag und eventuell der Sonntag.

Mir ist zwar nicht mehr danach, aber da muss ich nun durch.
Ebenso durch diese ungewisse Situation mit IHM und die fehlende Antriebslosigkeit, mir neue Ziele zu stecken.

Vielleicht hatte J.S. doch Recht und man sollte auch über die eigenen kleinen Geheimnisse Stillschweigen bewahren, bevor sie zerplatzen wie Seifenblasen.
Doch egal an was die diesjährige Pechsträhne liegt - und sie zieht sich tatsächlich Monat für Monat durch das Jahr - es muss sich etwas ändern.
ICH muss etwas ändern.
Je eher desto besser, auch wenn mir keine Lösung parat liegt.

Selbst das Vorhaben mit dem „Benz“ scheint zu zerbröseln.
Es fehlte ja auch die dritte Sternschnuppe…
Achja, der Wunsch der zweiten gesichteten Schnuppe ging ja auch komplett nach hinten los.
So sei es - danke Pechsträhne.

Nur eine kleine Motivationshilfe möchte ich, etwas, dass mich wieder kämpfen lässt.
Ein kleiner Funken der mir zeigt, dass das morgendliche Aufstehen nicht auf ein Drama hinausläuft.
Leider fehlen mir gänzlich Mut und Kraft für einen Neustart, für einen kompletten Neubeginn, welcher gerade jetzt so sinnvoll und irgendwie nötig erscheint.
Auch wenn sich über den Tag verteilt viele liebe Freunde bei mir melden, nach dem Befinden fragen, mir einfach nur Neuigkeiten mitteilen oder sich einfach nur ausquatschen wollen - ich fühle mich nutzlos.
Das Nützlichsein im Job gibt mir nichts mehr, das ist eher ein Ausnutzen, gepaart mit Vorwürfen und Unlogik.
Auf dieses Gebrauchtwerden möchte ich gern verzichten.

Und nun?
Die Minuten vergehen, werden zu Stunden und nichts passiert.
Einerseits gut, es kann nichts schief gehen, andererseits ein Stillstand, den es nicht geben dürfte.

So nutze ich die wenigen Minuten vor dem Schlafengehen noch um mir etwas zu wünschen:
Ich wünsche mir Kraft!

31.08.2011 / 00:21 Uhr