Samstag, 6. August 2011

Selbstfindung


Den Freitag habe ich überstanden, inklusive der Nacht, denn die ist mittlerweile nun auch fast rum.

„Endlich“ zuhause nach einer durchtanzten Nacht - erst im Braugut und anschließend im Brauclub.
Michi und ich waren nach langer Zeit mal wieder gemeinsam auf Tour.
Schön wars, auch wenn wir wenige Bekannte getroffen haben, bzw. nicht gefunden haben.
Im BC war heute aber auch der Teufel los.

Auf der Heimfahrt sprachen wir lang über unser Leben und unsere Wünsche.
Und es erschreckte mich, dass auch sie von ihrer Beziehung so ziemlich die Nase voll hat.
Nach 19 Jahren mit demselben Mann ist das evtl. verständlich, vor allem, da sie erst 35 ist.

Doch dann tat ich es trotzdem - mit ihr gemeinsam.
Ich warf den Brief an Erik bei ihm ein.
Der Brief, der von „gemeinsam“ erzählt.
Welch Hohn…

Es verwunderte mich auch nicht, dass auf dem Weg von ihr zu mir erneut „Ordinary World“ im Radio gespielt wurde.
Genauso wenig überrascht es mich, dass jetzt in diesem Moment ein wunderbares Gewitter durch den frühen Morgen donnert.
Darf ich das als Zeichen werten?

Was hat das alles mit Selbstfindung zu tun?
Ganz einfach:
Das Ausgehen hat mich wieder ein wenig aus meinem Koma erweckt.
In Klamotten, in denen ich mich wohl fühle, mal wieder unter Menschen zu gehen, mit Schmuck, gestylt, geschminkt…alles andere, nur nicht dezent.

Flirtversuche, die ich nahezu gekonnt alle ablehnen konnte, weil meine Nase nicht höher zu halten war.
Bis auf einen hartnäckigen Zwerg, aber dem erkläre ich später per SMS, dass er sich seinen Kaffee sonst wohin gießen kann.

Selbstfindung auch deswegen, dass ich mich als Blonde nicht „out“ fühlen muss.
Im Gegenteil, die attraktivsten Mädchen und Frauen im Club waren Blondinen.
Also Schluss mit pink-schwarzen Ablenkungssträhnchen.
Man wird auch so wahrgenommen.

Ein weiterer Schritt zum richtigen Weg, war auch die Tat, den Brief endlich einzuwerfen.
Zugegeben, ich habe ihn dem Original gegenüber ein wenig gekürzt, aus Zeitmangel.
Doch ich denke, die wichtigsten Passagen habe ich 1 zu 1 übernommen.
Nun wird sich zeigen, ob und was geschieht.
Passiert nichts, dann ist das auch in Ordnung, dann soll es eben nicht sein.
Aber vorbei sind die Zeiten, in denen ich mir Vorwürfe machen muss, nicht alles geklärt zu haben.

Letztlich bleibt noch der Fabelhafte.
Irgendwie musste ich ihm gestern noch mitteilen, dass ich feiern gehe und zwar nicht allein.
Wie erwartet (?) kam dann auch keine weitere Nachricht von ihm.
Warum ich ihn damit ärgern möchte?
Aufmerksamkeit, alles was ich von ihm möchte ist Aufmerksamkeit.
Und zwar so wie zu Beginn unseres Spiels - ständig, dauernd, am Stück möchte ich von ihm umgarnt werden.

Empfinde ich mittlerweile zu viel für ihn?
Sicherlich, das kann und will ich gar nicht mehr abstreiten.
Er ist für mich eine sehr wichtige Person geworden.
Und wenn die Affäre am Ende ist, bleibt uns wenigstens noch eine interessante Freundschaft.
Auch eine Erkenntnis, die sich sehr wichtig und richtig anfühlt.

Und eine Feststellung am Rande:
Ich will shoppen!
Klamotten, Schmuck, Schuhe … was mir gefällt.
Werde das am Montag, sofern nichts dazwischen kommt, auch ausgiebig tun.
Entweder Sachsen-Allee oder (und) Galerie Roter Turm.

Ich werde wieder ICH.
Und das ist gut so.

06.08.2011 / 05:44 Uhr

Mit Lust shoppen, statt Frustshoppen…

Genau das tat ich heute.
Nur ein kurzer Besuch im neuen dm-Markt im Vita-Center.
Kurz, aber gründlich, musterte ich die Artikel, nahm mir, was mir gefiel und nötig erschien.
20 Minuten und knapp 86,00 € später verließ ich schmunzelnd das Geschäft.

Ich muss erwähnen, dass ich in Arbeitsklamotte dort war, also ziemlich angestaubt und leicht zerstört.
Was die Frauen an der Kasse hinter mir dachten, als sie die Summe hörten, möchte ich zu gern wissen.
Denn wie Styling sah ich nicht aus…und Reinigungsmittel war (natürlich) nicht dabei.
Aber die erstaunten Blicke waren so ein kleiner Genuss.

Zu sehr viel mehr bin ich heute allerdings nicht gekommen.
Mir tun immer noch die Knochen schmerzen, die Schlepperei heute war wieder zu anstrengend
Generell wird die Arbeit langsam wieder stressiger.
Nicht was das Umräumen betrifft, sondern eher der Papierkrieg.

Nun ja, ich habe zwar bereits seit dem frühen Nachmittag Wochenende, aber ich glaube, dass die kommende Woche auch ein bisschen verhasst wird, wenn ich mit der Chefin allein im Büro bin.

Heute kam überraschend, kurz vor Feierabend, der Weichkeks reingeschneit.
Ziemlich anmaßend und aufgedreht.
Was wird er wohl wieder intus gehabt haben?
Irgendwie ist unser Verhältnis und der Umgang miteinander ziemlich abgeflaut.
Doch fühle ich mich im Recht bei der Sache, schließlich muss er ja geläutert werden und darf somit nicht alle Freibriefe zugeschoben bekommen.

Apropos bekommen…
Da ich mich gestern „beschwert“ habe, für meine schlauen Ideen keinen Orden zu bekommen, bekam ich heute stattdessen von Mike einen Silberorden.
Naja, wenigstens einer, der meine Knochen ehrt.

Und was machen die Männer?
Hm, Erik´s Auto stand heute nicht mehr bei Ingo.
Und der Fabelhafte hat sich vorhin grad gemeldet.
Als ich ihm mitteilte, heute keine Lust zum Spielchen spielen zu haben, war auch gleich wieder Ruhe.

Tja, erstens bin ich bunt und zweitens kaputt.
Und bunt deswegen, weil ich vorhin alle Haarfarben aufgefrischt habe.
Schade das die Farbe auf den Haaren nicht so lange und gut hält, wie an den Händen und generell der Haut.

Doch für morgen nehme ich das gern in Kauf.
Endlich mal wieder Mädelsabend und tanzen, tanzen, tanzen…und evtl. bissl flirten.
Ramponierte Knochen können durchaus damit behandelt werden.

Und ich kann mir endlich wieder die Nägel lackieren.
Sie sind gewachsen, ziemlich schnell, nicht sehr lang, etwas….aber nach Jahren wieder gewachsen.
Für mich wahrlich ein großer Grund zur Freude.
Man gönnt sich ja sonst nix.
Nun heißt der neue Grund fürs Shoppen: Nagellack.

Verflixt, ich verliere schon wieder die Zusammenhänge aus den Augen.
Aber hey…die kommenden drei Tage sind für mich - nur für mich - und da tu ich nur das, was mir gefällt und was ich will.
Alles andere ist ab diesem Moment nebensächlich.


04.08.2011 / 23:51 Uhr

Mittwoch, 3. August 2011

Die Zeit rennt…

…und ich renne hinterher.
Wie wahnwitzig das alles doch ist.
Das Jahr nähert sich rapide dem Ende und nichts, aber auch wirklich nichts habe ich bisher erreicht.
Weder auf beruflicher noch auf privater Basis.

Heute haben wir in der PGH die Kartons wieder runter geschleppt, die das Umzugsteam erst hoch gebuckelt hatte.
Beim Einsortieren in die Regale, bekam ich geschätzte 20 Kartons Weihnachtsutensilien in die Hand.
Sicherheitshalber stehen diese nun gleich im Eingangsbereich, nicht das wir noch die Adventszeit bei dem Tempo verpassen.

Und privat ist der Stand noch genauso wie gestern, vorgestern,…
Erik scheint mit Ingo im Urlaub zu sein.
Sein Auto steht jedenfalls schon den dritten Tag bei Ingo.
Jetzt wäre der passende Moment, den Brief fertig zu schreiben und ihm nach Hause zu bringen. (zur Not tu ich es einfach am Freitag, falls ich mit Michi doch noch ausgehe)
Doch mir fehlt die Zeit und die Lust - unlogisch, aber leider wahr.

Für diese Blogs hab ich ja auch Zeit.
Und das dringende Verlangen, dies alles aus mir rauszulassen.

Rauslassen möchte ich noch viel mehr.
Ich habe Lust, den Fabelhaften anzuschreien für seine wahnsinnig lange Antwort heute „Jep…“!
Mehr Worte bin ich in dieser Woche mal wieder nicht wert.
Bisher jedenfalls und ich denke, sehr viel mehr wird auch die restlichen Tage nicht passieren.

Ich fühle mich kaputt gespielt, die Knochen tun weh, die Energie ist nahezu am Ende und diese Dauermüdigkeit lähmt den Rest meiner Willenskraft.
In drei Wochen habe ich bereits wieder Urlaub, auch wieder für 2 ganze Wochen.
Darauf freue ich mich, zumal es am Kirmeswochenende beginnt.
Freiheit, Freude, Freunde und Feiern.

Es soll doch ein entscheidendes Wochenende werden, aber ich glaube nicht so recht daran.
Jedenfalls hab ich bis dahin noch jede Menge zu tun.
Möchte die Wohnung fertig renoviert haben, Schuppen, Keller und Garage sollen aufgeräumt sein und auch mein Papierkrieg bis dahin ad acta gelegt werden.

Gern mach ich mich selbst noch ein wenig kaputter, aber ohne Druck bekomme ich mein Leben nicht mehr in die rechten Bahnen.
Zu groß ist das Verlangen aus allen Zwängen auszubrechen, etwas Verrücktes zu tun, einfach nicht mehr nach all den Regeln zu leben, die einem Tag für Tag aufgedrückt werden.
Es geht nunmal nicht.
Noch nicht…


03.08.2011 / 21:17 Uhr

Alles neu?!

Nein, nicht alles, nur der Arbeitsort hat sich geändert.
Es ist zu eng und zu laut im neuen Büro.
Der Platz für mich ist knapp bemessen, der Weg zur Toilette ein wenig kompliziert und wenn zu viele Leute in dem Raum reden, ist der Schall unerträglich.

Seit gestern 9 Uhr bin ich nun dort - seitdem plagen mich auch schlimme Kopfschmerzen.
Der Kreislauf und der Wetterwechsel tun ihr Übriges.
Mittagessen ist ebenfalls eine Sache für sich, entweder man geht ins Kaffee nebenan - was auf Dauer teuer und einseitig wird - oder ins gegenüberliegende Bistro, was auch nicht viel angenehmer ist.
So muss ich wieder auf Durchhalte-Futter umsteigen, entweder abends vorkochen und trotzdem kalt essen mangels Mikrowelle oder gleich Bemme mit Brot und Schnitte.

Das erstmal dazu.
Ansonsten geht es - noch - vom Arbeitsklima her.
Heute war auch mal wieder Keksi da.
Ab morgen geht’s dann nach Niederdorf, die große Lagerhalle umräumen.
Nun stapeln wir halt alles noch mal übereinander, um den ganzen Mist von 4 oder 5 Etagen auf möglichst eine Etage zu verlagern.
Dort gibt es weder nutzbare Toiletten, kein fließendes Wasser, alles ist mistig dreckig und morgen soll es wieder heiß werden.
Igitt, ich mag nicht.

Unfreiwillig hab ich nun schon in den beiden Tagen 4 Bekannte getroffen.
So muss das wohl sein, wenn man auf einem Bahnhof arbeitet, aber ok, das kann nur spannend werden.

Und Ablenkung tut gut.
Bisher habe ich es noch immer nicht geschafft, den Brief an Erik abzuschreiben.
Irgendetwas in mir hindert mich daran.
Es ist nicht der Gedanke, dass es tatsächlich funktioniert, was ich damit erreichen möchte und die damit verbundene Angst was auf mich zukommen könnte, sondern eher die Frage, ob es wirklich das ist, was ich möchte.

Ich kann es im Moment nicht offen und ehrlich beantworten.
Natürlich wäre es schön, langsam mal in eine Zukunft zu Zweit zuzusteuern.
Aber ist dieser ruhige, in sich gekehrte Mann wirklich derjenige, der mich zufrieden stellt?
In vielerlei Hinsicht sicherlich, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Doch für die Schmetterlinge im Bauch war er so noch nie zuständig.
Stellt sich mir die Frage, gehört dieses Kribbeln denn wirklich dazu um dauerhaft glücklich zu sein?
Ist es nicht eher das Gefühl des Vertrauens, der Zugehörigkeit und die Gemeinsamkeiten?

Wohin haben mich denn die Schmetterlinge in meinem Leben bisher gebracht?
Zugegebenermaßen nicht sehr weit.
Sicherlich ist es auch Bequemlichkeit meinerseits, mal Kompromisse einzugehen.
Und diese werden ja in einer funktionierenden Beziehung erwartet.

Ja, es klingt tatsächlich so, als ob ich davon ausgehe, dass ich mit dem Geschriebenen haushohen Erfolg habe.
Weit gefehlt.
Es sind Fragen, die ich mir selbst stelle.
Gedanken mit denen ich mich auseinandersetze um herauszufinden, wohin ich denn wirklich will.
Letztlich sind es alles Bemühungen um zu mir selbst zu finden.
Und es ist eine schwere Suche, deren Wege verschlungen und verknotet sind.

Denn ehrlich gesagt hänge ich gedanklich ständig bei dem Fabelhaften, nahezu rund um die Uhr inkl. mancher meiner Träume.
Nehme ich ihn als gefühlsmäßigen Zufluchtspunkt, als persönliche Ausrede um meinen Standpunkt nicht klar definieren zu müssen?
Gut möglich…

Er ist ja nicht nur ein Spielgefährte für mich, sondern auch die wichtigste Bezugsperson derzeit.
Außerdem auch eine persönliche Herausforderung in verschiedener Weise.
Ich suche die Nähe von Beiden, nur den Unterschied zwischen den Gefühlen kann ich nicht benennen.

Es ist erschreckend, welche Wirkung beide Männer auf mich haben - Unterschiede deutlich im Verhalten - aber anziehend.
Auch jetzt, während dem schreiben, schaue ich ständig auf mein Handy….es könnte eine SMS kommen, wird aber nicht passieren.

Nun hab ich zwei Tage nichts von F. gehört, gesehen oder gelesen.
Das Wissen, das er in der kommenden Woche wieder zur Trainee-Maßnahme ist, macht mich regelrecht panisch.
Soll es denn wirklich wieder auf 2 oder 3 Wochen ohne ihn hinauslaufen?

Schon ist es wieder so deutlich…
Ihn vermisse ich und mit Erik habe ich seit 2 Jahren kein Wort gesprochen und ich nehme es hin.
Vielleicht ist es mein Gewissen, das mir sagt, dass ich genau das auch verdient habe.
Trotzdem sollte es doch andersrum sein.
Ihn sollte ich vermissen, dauerhaft…

Und nicht den Mann, den ich sowieso nicht haben kann und auch nicht ständig an meiner Seite ertragen könnte.
Ich hasse dieses Gefühl, nicht zu wissen, man selbst eigentlich möchte…


02.08.2011 / 22:48 Uhr

Sonntag, 31. Juli 2011

Krankhaft…

…ist sein Verhalten.

Er muss mir weh tun, weil es in seiner Phantasie so ausschaut.
Und ich lass es mir gefallen weil…ja weil…WEIL?!

Achja, weil ich weiß, dass er auch anders sein kann.
Nur im Moment bin ich - mir fehlen die passenden Worte - innerlich leer.
Nichts, keine Regung, aber dafür wieder Fleck an Fleck, schön blau.

Ich weiß, dass er weiß, dass es Mist war.
Klasse, wie sich die Sätze zu einem Ganzen zusammenfügen.
Immer wieder fliegt mein Blick nach rechts zum Handy.
Sollte ihm noch schreiben, nur was…

Kerl nimm die Pfoten von mir?
Ich will die andere Persönlichkeit in dir?
Lass mich ab sofort für immer in Ruhe?
Kauf dir ne Nutte?

Solche Nachrichten liegen mir grad gedanklich auf der Hand.
Aber nein, ich werde nichts dergleichen tun und einfach drüber schlafen.
Der Fuß ist glücklicherweise nicht geprellt oder gebrochen, d.h. ich hatte heute genauso viel Glück wie letztens mit meiner Hand - die hätte ab sein können.

Gut, er machte mir wieder das Angebot, dass ich ihn in 2 Wochen im Hotel bei der WB besuchen könnte.
Was passiert dann?
120 km für 10 Minuten inkl. irgendwelchen schief gelegten Organen?

Tja, warte ich doch mal die kommende Woche ab - vielleicht erscheint er bei mir.
Probedurchlauf sozusagen, ob wir uns in geschlossenen Räumlichkeiten besser verstehen.
Verdammt, was tu ich hier eigentlich?
Und könnte er geplappert haben?
Wieso kommentiert Kristin auf einmal meine Meldungen?
Saß sie mit ihm zusammen im Blacky…weia?!?

30 Minuten später und ich fühl mich immer noch leer.
Wollte ich doch eher etwas Aufbauendes wegen morgen, aber der Schuss ging nach hinten los.
(Nein, den folgenden Gedanken schreib ich nicht nieder, nein, nein.)

Aber ich bin gespannt, wie und woher er mir die Halterlosen versorgen will.
Gedanklich male ich mir grad aus, wie er purpurrot vor eigener Überraschung in einem Laden steht und überlegt, in welche Größe man meine Stampfer packt.
Ok, wenn das genau so ein Versprechen ist, wie mit der Handykarte warte ich eh vergebens.

Langsam kehrt irgendwas in mich zurück, sei es auch nur Kälte, aber ich spüre wieder etwas Leben in mir.
Ich könnte ja auch zur Abwechslung mal aufhören, auf die große Gefühlswelle zu hoffen und einfach das tun, was wir von Beginn an tun wollten.
Wäre einfacher und sein Nachfolger - wer auch immer das sein wird - wird sich nachträglich bei ihm bedanken, denn das was ich an Gefühl abzugeben hab, reicht für Jahre im Vorrat.

Und doch weiß ich, dass er auch anders sein kann.
Er hält sich nunmal an die Grenzen im Spiel - nur ich schieße wieder drüber hinaus.
Letztlich versucht er ja, mir stückweit entgegenzukommen, doch ich Egomanin möchte wieder mehr.
Mehr bekommen um mehr zu leiden, wenn es mir wieder weggenommen wird.

Kann es mir irgendein Mann eigentlich recht machen?
Nein, ich glaube, ich suche so lange nach Fehlern, bis ich glücklicherweise welche finde um darauf rumhacken zu können, nur damit es mir im Anschluss daran wieder leid tut.

Wenigstens hab ich meinen Vorsatz gewahrt - um mich an der Stelle mal selbst zu beweihräuchern - die Gelegenheit verstrich nicht ungenutzt.
Nächster guter Vorsatz: Aufhören zu zicken oder gleich von vornherein sagen, wo es lang geht - dann gibt’s auch keine Missverständnisse mehr.

Ach dammich, warum muss „leben“ so kompliziert sein…

31.07.2011 / 22:57 Uhr

Magengrummeln


Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch 22 Stunden und 7 Minuten Urlaub.
Mein Magen ist verknotet und eiskalt läufts mir den Rücken runter.
Nur nicht an Montag denken, nicht an den bevorstehenden Montag denken, nicht…
Wenn das mal nur so einfach wäre.

Das, was ich schon über das neue Büro und die Handvoll Kollegen gehört habe, reicht, um bis Jahresende krank zu machen und den Resturlaub zu verbraten.
Nein, ich mag da nicht hingehen.
Es fühlt sich genauso wie zu Beginn des Jahres an.
Nur bin ich nun stärker und werde mich sofort wehren.
Das Risiko einer Kündigung nehme ich gern in Kauf.
Lieber zuhause oder irgendwo, als in einem getarnten Folterkeller.

Genug hat mir dieser Verein angetan.
Egal wie sehr ich meinen Job manchmal liebe, welch tolle Leute ich dadurch schon kennen gelernt habe und wo er mich reisetechnisch hingebracht hat - aber mein Seelenheil ist mir endlich wichtiger.
Noch einmal so leiden möchte ich wegen denen nicht und auch das „Mobben“ können die sich gepflegt sparen.

Reicht es doch zu, dass ich aufgrund des „Vertrages in Tarnung“ von 2008 eine Pfändung vom Finanzamt am Hals habe.
Fein, dass ich Gelder versteuern muss, die ich nie erhalten habe.
Sehr schön, das ich dadurch den trostlosesten Urlaub aller Zeiten verleben durfte, jedenfalls was das Ausgehen und Shoppen betrifft.

Seit über 3 Wochen schaue ich nun mein Gehalt auf dem Online-Kontoauszug an und kann es nicht haben.
Letztlich ist es mein Fehler, so wie immer, wenn es um die Firma geht.
Aber auch die Zeiten sind nun vorbei.
Erst werde ich denken und dann handeln - ja, so soll zukünftig zur Abwechslung mal meine Arbeitsweise sein.
Meinen Resturlaub werde ich auch in der kommenden Woche anmelden und meine Arbeitszeiten werden zukünftig eingehalten.

Vielleicht gibt es ja tatsächlich demnächst eine ordentliche Struktur, nur bezweifle ich dies einfach mal.
Weil warum soll plötzlich etwas existieren, was 15 Jahre keine Rolle gespielt hat?!
Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Pläne habe ich viele.
Nachher, nach dem Aufstehen, werde ich mir diese auf eine große Pinnwand pieksen, um sie ja nicht aus den Augen zu verlieren.
Doch trotzdem bleiben diese Magenschmerzen.

Wenn die Sekretippse tatsächlich Panik schiebt wegen ihrem eingeschränkten Arbeitsplatz, kann ich es nicht ändern.
Unsere Chefin hat sich nunmal wie immer falsch ausgedrückt oder zu etwas ja gesagt, was sie wie immer von sich aus änderte.
Natürlich ging die Stadtverwaltung nur von einem Büroplatz aus.
Dumm gelaufen, ich muss auch mit rein und möchte meinen eigenen Arbeitsplatz und nicht nur einen Stuhl am runden Besuchertisch.

Und wenn ich erst an die neuen Öffnungszeiten denke, wird’s mir ganz geringe im Bauch.
Täglich 12 Stunden geöffnet?
Die Kollegin hat eine 14,5 Stunden-Woche, ich eine 30 Stunden-Woche…nun erkläre mir mal jemand wie das funktionieren soll.
Mehr „festes“ Personal sind wir nunmal nicht.

Ich weiß, es wird sehr schwer werden die restlichen Monate bis zum Jahresende.
Dann läuft mein Vertrag wie immer aus.

Freizeit wird es wie immer kaum geben und meinen Nebenjob werde ich nur noch selten ausüben können.
Dennoch muss ich mir zuliebe versuchen, das Beste für mich da rauszuholen.
Wie auch immer - aber Einschränkungen nehme ich nicht mehr im übliche Maße in Kauf.

Wenn ich an die Anfänge in der Firma denke, kommt mir das Grausen.
Hätten mich nicht so viele Personen darauf angesprochen, wäre ich mit Mitte 20 als Alkoholikerin versackt.
Doch anderen Menschen fiel dieses Problem glücklicherweise auf.
Die Neurodermitis brach aus, als ich zu einem straffen Lehrgang in Berlin war und meine Chefin mir telefonisch die Kripo auf den Hals jagte, zwecks einer Drogendealer-Geschichte.

Beziehungen gingen zu Bruch, bevor sie richtig beginnen konnten.
Tja, wer will schon eine Partnerin, die ständig von früh bis abends arbeiten ist, so auch an den Wochenenden und Feiertagen.
Niemand - es sei denn, die Vorliebe zum Fremdgehen war vorhanden.
Freunde wandten sich ab, Freundschaften gingen in die Binsen…

Noch mehr Katastrophen?
Diverse Blamagen erspare ich meinen Gedankengängen jetzt.
An manche Ereignisse möchte ich einfach nicht mehr denken.
Unser örtlicher Bürgermeister hält mich für inkompetent, nur weil ich nach den Weisungen meiner Vorgesetzten handeln musste.
Wollte ich offensichtliche Fehler bereinigen, kam der Hammer von oben.

Guter Wille wurde weder finanziell noch mit Dankbarkeit honoriert, meistens gab es nur noch einen Tritt in den Allerwertesten.
Sie redet, ich tu es - es ist unwahr und falsch - wäre meine eigenständige unerlaubte Handlung.

So lief es die vergangenen Jahre, doch nun ist Schluss.
Ich mag nicht mehr leiden, Angst vor dem morgendlichen Aufstehen haben, dauernd überlegen ob ich falsch reagiert habe, nicht jedes gesagte Wort zum Beweis aufschreiben müssen, nicht um meinen Lohn betteln, nicht ihre Fehler ausbügeln, nichts dergleichen möchte ich mehr tun müssen.

Ich durfte mit anschauen, wie andere Kollegen vor mir aus nahezu denselben Gründen das Handtuch schmissen.
Weiß, wen es psychisch getroffen hat, wer gesundheitliche Probleme davon trug, wer wen anschiss um Bestätigung zu finden.

Mittlerweile verstehe ich nur nicht mehr, warum wir alle so handelten.
Es gibt wirklich bessere Arbeitsplätze, zumal unsereins sich seine Stelle selbst schreiben muss, inkl. Kündigung, Verträge, Arbeitszeugnisse…
Wer schreibt, der bleibt….wahrer Spruch.

Wenn sie, die Chefin, denkt, dass es in Stollberg genauso locker läuft wie es in Neukirchen war, dann haben wir dort bald denselben miesen Ruf.
Denn letztlich entspricht es doch der Wahrheit, dass durch sie viele Partner und Kunden abgesprungen sind.
Zu viele Versprechen wurden gemacht, kaum etwas davon eingehalten.

Dass in unserem Berufsfeld sehr kreativ gearbeitet werden muss, weiß jeder, der sich darin etwas auskennt.
Doch ganz zu arg darf man es eben weder mit Worten noch mit Taten treiben.
Es gibt tatsächlich Menschen, die sich auf Gesagtes verlassen - und in der Regel verlassen wurden.

Aber genug gemeckert, auch wenn es verdammt gut tat, dies alles „kurz“ aufzuschreiben.
Ich muss es auf mich zukommen lassen, nur noch wenige freie Stunden verbleiben.
Das Magengrummeln wird Montagmorgen ins Unerträgliche steigen, dessen bin ich sicher.

 
31.07.2011 / 02:52 Uhr



Stellenwert


Wenn ich mir so überlege, wer mir bisher im Leben wirklich wichtig war, muss ich eigentlich nur darüber nachdenken, welche Personen mich aus Gefühlsgründen zu Tränenausbrüchen gebracht haben.
Beziehe ich das auf die Männerwelt, wird’s wirklich bescheiden.

J.D. 2004 - 2008:
Eine unendliche Geschichte, die dann doch ein jähes Ende nahm - nachdem er das zweite Mal Vater wurde und ich das zweite Mal nicht schwanger war.
Ironie…
Aber weh tat es trotzdem.
Nachdem er mich nicht mehr zum Weinen brachte, wusste ich, dass es sinnlos ist, noch daran festzuhalten.

I.H. 2008:
Der Freund von Erik, den ich natürlich zuvor kennen lernte.
Waren ein paar wenige Wochen, aber immerhin sprach er etwas in mir an.
Seine stahlblauen Augen und der Blick….ja, das war eine kurze, aber besondere Zeit.
Und derjenige, der aus Zuneigung fremd ging.
Verstehe es wer wolle, aber gekratzt hat das tüchtig.

J.S. 2008 - 2010:
Wenn man Sterne berühren kann, so ist es er, der das ermöglicht.
Ein wunderbarer Mann, so wunderbar, dass ich bei jeder Annäherung vor im wegrannte.
Herzlichen Glückwunsch du dummes Huhn, eine Andere war nicht so doof.
Soll er glücklich werden, ich gönne es ihm wirklich.
Nur scheint er es nicht 100%ig zu sein.
Der Unterschied ist zu enorm, wenn wir uns begegnen zu dem Lächeln, was sie bekommt.
Doch es hat nunmal nicht sein sollen - jetzt gibt es nur noch Freudentränen.

T.B. 2008:
Der Kumpel von J.S. und ein langjähriger Bekannter meinerseits.
Konnte nix werden, er war zu grob, plante zu schnell unsere Zukunft.
Ich mochte ihn, nun wird er mir egal, zumal die Freundschaft auch kaputt ging durch diesen Hickhack.
Aber wegen ihm geheult?
Nein, nur wegen dem Zauber der Musik, da er als Veranstalter meist das auflegt, was mich bewegt.

E. 2008 -…:
Ja….er brachte mich nur mit einer SMS zum Schniefen.
Warum eigentlich?
Weil er so direkt war und mir seine ungeschönte Meinung an den Kopf knallte?
Weil ich durch ihn wach wurde, dass man nicht mit Gefühlen spielt?
Weil…?
Es wird seine Gründe haben, erklären kann ich es nicht.

R.G. 2011:
Er verzauberte mich binnen weniger Minuten.
Hinterließ Spuren und Eindrücke.
Doch leider trog bei ihm der Schein nicht, nur wollte ich es nicht sehen.
Allerdings bewegte er mich zu Rachegedanken, was kaum bei mir vorkommt.
Doch er hatte mein Ego angeknackst und somit hatte er verloren, ich kam auf die psychologische Tour.
Aber nie lief wegen ihm eine Salzkuller…

F.V. 2010/11 - …:
Sturzbäche sind seid 2….3 Wochen vorprogrammiert.
Gar kein gutes Zeichen, aber wenn ein Mann es schafft, dass man aus lauter Freude weint…na dann kann er nicht so verkehrt sein.
Schlimmer noch…einen halben Tag nur Roland Kaiser gehört, ab und an geschnieft und in Gedanken wo gewesen?
Ohne Worte.
Aber Recht sollte ich behalten…er hätte mich mit einer SMS geweckt, wenn ich den Handyrufton angehabt hätte ^^

Sollte ich mich also darauf verlassen, dass derjenige der Richtige sein könnte, der mich zum Heulen bringt?
Tja, dann muss wohl ein Vorrat an Faltencremés, Augenringabdeck-Stiften oder am besten gleich ein Schönheits-Schnippler vorhanden sein.

Kann man Menschen wirklich nur danach beurteilen, in wie weit sie sich emotional in der eigenen Seele eingraben - in diesem Fall meiner - und dort ihre Spuren hinterlassen?
Oder aber bin ich nur so sentimental-melancholisch veranlagt, dass diese Regungen für mich einen ausschlaggebenden Stellenwert besitzen?

Doch wenn ich eben zurückdenke und mir diese einzelnen Charaktere vorstelle, dann scheint es tatsächlich so zu sein.
Und wenn ich jetzt noch den Zeitrahmen und die Häufigkeit der Heulerei mit den Personen vergleiche, kommt wiederum nichts Gutes dabei raus.
Denn dann stehen Jan, Jens und der Fabelhafte in der ersten Reihe - vergleichen mit der Zeitspanne wird’s Mist - Sieger ist dann nämlich….

Und diesen Gedanken verdränge ich jetzt mal ganz, ganz schnell…


29.07.2011 / 02:36 Uhr