Dienstag, 9. August 2011

Wochenstart


Lieber Gott, bitte mach, dass diese Woche ganz schnell endet!
- Danke -
Ich bin sicherlich nicht gottgläubig, aber man kann es ja mal versuchen.

Wieder begann der Tag mit Aufräumarbeiten in der PGH.
Allerdings kam schon nach wenigen Minuten die Ernüchterung.
Wir müssen laut Besitzer, das Gebäude bis 31.08. wieder komplett räumen!
Diesmal sind es zwar nur ca. 500 m², aber immerhin hatten wir noch keine wirklich Umzugspause.

Da das Schreiben über seinen Anwalt kam, werden wir uns fügen müssen.
Die Stadtverwaltung hilft glücklicherweise und hat schon ein neues Lagerobjekt für uns im Auge.
Hätte sich meine Chefin wohl doch mal ein wenig von dem alten Sack anfummeln lassen sollen, dann hätten wir sicherlich ein paar weniger schwere Momente jetzt.

Meine Kraft schwindet täglich mehr, die Knie und der Rücken knacken und knarzen im Gleichklang.
Müde bin ich unentwegt und Lust für die notwendigen Büroarbeiten, habe ich nicht.
Leider muss auch dieser Papierkram beackert werden, nur weiß ich weder wie noch wann.

Als Aufmunterung für den Tag, beschloss ich, meinen Shoppingplan umzusetzen.
Um nicht erst heim zu fahren, wollte ich mich unterwegs umziehen.
So bin ich nach N. zu meiner Garage gefahren, spürte aber einen leichten Blasendruck und entschloss mich doch zur schnellen Heimfahrt.
Und wer begegnet mir auf der Strasse bei meiner Garage?

Genau…Erik.
Toller Blick seinerseits, obwohl ich vermied ihn richtig anzusehen.
Aber mein Eindruck war, dass er stinksauer, wütend und regelrecht rasend aussah.
Ich hab nur die Zähne zusammengebissen und bin an ihm vorbei geschossen, er musste ja dummerweise an der Einengung halten.

Ok, der Brief war ein Fehler.
Langsam denke ich, mit Ehrlichkeit kommt man nicht wirklich weiter, schon gar nicht bei Männern.
Aber das Zittern meiner Beine, der flotte Herzschlag und die Hitzewallungen in mir lassen mich spüren, dass ich ihn genau noch so sehr will wie zuvor.
Auch mit denselben Zweifeln wie zuvor, aber was will ich machen, jeder Mensch ist nunmal individuell.

Den Schock verdaut, zog ich nun Richtung Chemnitzer Innenstadt weiter.
Erst zu dm auf dem Markt, dann in die Galerie Roter Turm und bin mit jeder Menge Kosmetik, 7 Kleidern, einem Top und einem Kurzoverall zurück Richtung Heimat.
Nur um unterwegs festzustellen, dass die Lotion göttlich riecht, um noch einen Abstecher ins Vita-Center zu machen.
Also noch mal zu dm und gleich noch bei REWE Nahrung gebunkert.

Shopping als Ersatzbefriedigung.
Wenn ich das Problem nicht schon kennen würde, wäre ich von mir selbst überrascht.
Der morgige Ersatzdrogenplan sieht vor, einen Abstecher zur Sachsen-Allee zu tätigen - je nach Schmerzensgrad meines Körpers.

Obwohl ich diesen Einkauf ganz sein lassen kann, bzw. auf die nächsten Tage verschieben könnte.
Ich muss meine Wohnung fertig machen, aufräumen, ausmisten, streichen, umräumen - es einfach schick machen.
Ideen sind ja da, Zeit eigentlich auch.
Aber ob das meine angekrankten Nerven beruhigt?

Das vielleicht nicht, aber gegen den entstehenden Wohlfühleffekt, wenn dann mal alles fertig ist, werden meinen Nervchen sicherlich nichts haben.
Also: ran an den Speck, auch wenn der Antrieb fehlt.

Ich freu mich jetzt schon wieder auf den kommenden Urlaub, sind ja nur noch wenige Tage bis dahin.
Und da erhol ich mich, somit muss ich jetzt fertig werden.

Vielleicht geschehen bis dahin kleine positive Wunder und Zeichen…


08.08.2011 / 22:48 Uhr

Warten


Ich warte hier auf ein Zeichen, auf ein Signal, auf eine Reaktion.
Warte auf irgendetwas von Erik´s Seite.
Dabei schrieb ich ihm, dass ich eben keine Reaktion von ihm erwarte.
Was für ein Unfug, Selbstbetrug, eine Lüge.

Mehr als einmal ging ich heute zum Auto und zum Briefkasten und schaute nach, ob ich etwas finde, was er hinterlassen hat.
Aber nichts, Leere.

Lese seine Briefe, wieder und wieder, die alten Briefe, die von 2008 / 2009.
Ich LESE sie, das erste Mal wahrscheinlich richtig.
Erkenne den Sinn dahinter und schäme mich.
Wie blind ich doch war, wie arrogant und dumm.

Keine Frau der Welt hätte sich diese Chance entgehen lassen - nur ich rannte Scheinwesen hinterher obwohl das Glück vor meiner Nase stand.
Wie weh muss ich diesem Mann getan haben?
Und da warte ich auf ein positives Zeichen von ihm?

Dreister Gedanke, regelrecht unangemessen.
Auch dieser Gedanke ist geprägt von Utopie:
Vielleicht erfüllt er mir ja meinen Wunsch und wir treffen uns am ersten Septemberwochenende dort, wo vor 3 Jahren alles begann?

Doch sollte ich wirklich darauf hoffen?
Nein - aber ich weiß, dass ich es tun werde.
Ich werde dort sein, egal ob mit oder ohne ihn, ohne Hintergedanken, nur um wie jedes Jahr dort mit Freunden zu feiern.
Aber ich werde warten - Tag für Tag und an den Abenden im September auch.

Werde versuchen, die Gedanken an den anderen Mann zu verdrängen, ihn aus den Augen zu verlieren.
Die kommende Woche wird es leicht, er ist zur Trainee.
Und wenn er wieder da ist, versuche ich tapfer zu widerstehen.
Reden vielleicht über Belangloses wenn es sich nicht vermeiden lässt, mehr soll nicht geschehen.
Leicht wird es nicht, denn ich vermisse ihn schrecklich…den Fabelhaften…

07.08.2011 / 23:10 Uhr

Liebe und Logik


Was ist eigentlich Liebe?
Wie äußert sie sich?
Gibt es verschiedene Arten davon?
Ist Liebe erlernbar?
Braucht man sie zum Leben?
Hat Liebe was mit Logik zu tun?

Bis auf den Anfangsbuchstaben und die Anzahl der Buchstaben haben die beiden nichts miteinander gemeinsam.
Logik bedeutet, dass etwas klar und deutlich sowie verständlich ist.

Liebe bedeutet alles andere, nur nicht das.
Man ist weder klar bei Verstand, noch kann man sich deutlich äußern und verstehen tuts auch keiner.
Nicht man selbst und andere im Umfeld erst recht nicht.
So seh ich es jedenfalls.

Auf was möchte ich eigentlich hinaus?
Ganz klar: auf den Versuch des Einkaufens am Samstag.
Anstatt von A nach B zu fahren, fuhr ich einen Umweg über Z um sozusagen rückwärts ans Ziel zu kommen.
Dummer Fehler.

Am Freibad sah ich das Auto des Fabelhaften.
Unrealistisch, dass es nicht seins war, aber ich bin nicht 100%ig sicher.
Wollte nicht über den Parkplatz fahren, weil das doch ein wenig arg nach Stalkerei ausschaut.
Von der Ungewissheit abgesehen gehe ich einfach davon aus, dass er es war.
Jedenfalls sank meine gute Laune gen Nullpunkt und ich bekam feuchte Augen.

Der Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den restlichen Tag und ist jetzt noch spürbar.
Nein, es ist nicht logisch - es fühlt sich nach Liebe an.
Das darf es nicht, ist von beiden Seiten ungewollt und komplett sinnlos.
Und doch ist da etwas tief in mir, was diesen Gedanken zu diesem Gefühl nicht leugnet.

Dieses Gefühl verdrängend führ ich nach Chemnitz zum Einkaufen.
Dort würde mir sicherlich niemand begegnen, der meine Gefühlswelt durcheinander bringt - das war Logik.
Doch ohne nachzudenken, fuhr ich wie gewohnt heim.
Im Heimatort - 2 Fahrzeuge vor mir - fuhr Erik.

Ich weiß nicht, ob er zu diesem Zeitpunkt den Brief schon gelesen hatte, weiß ja nicht einmal, ob er ihn überhaupt liest.
Was da in mir hochkroch war die blanke Panik.
Da war leider nicht dieses Gefühl, wie zuvor bei Fabi´s Auto.

Eigentlich bin ich Verkehrsrisiko…
Hinterher fuhr ich nicht, sondern bog einfach in eine andere Straße ab, in der Hoffnung, dass er verschwindet.
So geschah es auch, ich sah ihn nur noch rückwärts in die Einfahrt bei seiner Mom reinfahren.
Ich weiß immer noch nicht, wen ich Freitag gedanklich meinte, als ich der flimmernden Discokugel ein „ich liebe dich“ zuflüsterte.
In dem Moment wusste ich es wohl, doch mein Unterbewusstsein beginnt schon wieder diverse Dinge zu verdrängen.
Trotz überlegen und grübeln kann ich manche Situationen nicht ins Gedächtnis zurückrufen.

Weil Liebe und Logik eben nichts miteinander zu tun haben.
Das Herz liebt, der Kopf denkt und irgendwo dazwischen versucht sich der Verstand für einen der beiden Orte zu entscheiden - vergeblich.


07.08.2011 / 02:24 Uhr

Samstag, 6. August 2011

Selbstfindung


Den Freitag habe ich überstanden, inklusive der Nacht, denn die ist mittlerweile nun auch fast rum.

„Endlich“ zuhause nach einer durchtanzten Nacht - erst im Braugut und anschließend im Brauclub.
Michi und ich waren nach langer Zeit mal wieder gemeinsam auf Tour.
Schön wars, auch wenn wir wenige Bekannte getroffen haben, bzw. nicht gefunden haben.
Im BC war heute aber auch der Teufel los.

Auf der Heimfahrt sprachen wir lang über unser Leben und unsere Wünsche.
Und es erschreckte mich, dass auch sie von ihrer Beziehung so ziemlich die Nase voll hat.
Nach 19 Jahren mit demselben Mann ist das evtl. verständlich, vor allem, da sie erst 35 ist.

Doch dann tat ich es trotzdem - mit ihr gemeinsam.
Ich warf den Brief an Erik bei ihm ein.
Der Brief, der von „gemeinsam“ erzählt.
Welch Hohn…

Es verwunderte mich auch nicht, dass auf dem Weg von ihr zu mir erneut „Ordinary World“ im Radio gespielt wurde.
Genauso wenig überrascht es mich, dass jetzt in diesem Moment ein wunderbares Gewitter durch den frühen Morgen donnert.
Darf ich das als Zeichen werten?

Was hat das alles mit Selbstfindung zu tun?
Ganz einfach:
Das Ausgehen hat mich wieder ein wenig aus meinem Koma erweckt.
In Klamotten, in denen ich mich wohl fühle, mal wieder unter Menschen zu gehen, mit Schmuck, gestylt, geschminkt…alles andere, nur nicht dezent.

Flirtversuche, die ich nahezu gekonnt alle ablehnen konnte, weil meine Nase nicht höher zu halten war.
Bis auf einen hartnäckigen Zwerg, aber dem erkläre ich später per SMS, dass er sich seinen Kaffee sonst wohin gießen kann.

Selbstfindung auch deswegen, dass ich mich als Blonde nicht „out“ fühlen muss.
Im Gegenteil, die attraktivsten Mädchen und Frauen im Club waren Blondinen.
Also Schluss mit pink-schwarzen Ablenkungssträhnchen.
Man wird auch so wahrgenommen.

Ein weiterer Schritt zum richtigen Weg, war auch die Tat, den Brief endlich einzuwerfen.
Zugegeben, ich habe ihn dem Original gegenüber ein wenig gekürzt, aus Zeitmangel.
Doch ich denke, die wichtigsten Passagen habe ich 1 zu 1 übernommen.
Nun wird sich zeigen, ob und was geschieht.
Passiert nichts, dann ist das auch in Ordnung, dann soll es eben nicht sein.
Aber vorbei sind die Zeiten, in denen ich mir Vorwürfe machen muss, nicht alles geklärt zu haben.

Letztlich bleibt noch der Fabelhafte.
Irgendwie musste ich ihm gestern noch mitteilen, dass ich feiern gehe und zwar nicht allein.
Wie erwartet (?) kam dann auch keine weitere Nachricht von ihm.
Warum ich ihn damit ärgern möchte?
Aufmerksamkeit, alles was ich von ihm möchte ist Aufmerksamkeit.
Und zwar so wie zu Beginn unseres Spiels - ständig, dauernd, am Stück möchte ich von ihm umgarnt werden.

Empfinde ich mittlerweile zu viel für ihn?
Sicherlich, das kann und will ich gar nicht mehr abstreiten.
Er ist für mich eine sehr wichtige Person geworden.
Und wenn die Affäre am Ende ist, bleibt uns wenigstens noch eine interessante Freundschaft.
Auch eine Erkenntnis, die sich sehr wichtig und richtig anfühlt.

Und eine Feststellung am Rande:
Ich will shoppen!
Klamotten, Schmuck, Schuhe … was mir gefällt.
Werde das am Montag, sofern nichts dazwischen kommt, auch ausgiebig tun.
Entweder Sachsen-Allee oder (und) Galerie Roter Turm.

Ich werde wieder ICH.
Und das ist gut so.

06.08.2011 / 05:44 Uhr

Mit Lust shoppen, statt Frustshoppen…

Genau das tat ich heute.
Nur ein kurzer Besuch im neuen dm-Markt im Vita-Center.
Kurz, aber gründlich, musterte ich die Artikel, nahm mir, was mir gefiel und nötig erschien.
20 Minuten und knapp 86,00 € später verließ ich schmunzelnd das Geschäft.

Ich muss erwähnen, dass ich in Arbeitsklamotte dort war, also ziemlich angestaubt und leicht zerstört.
Was die Frauen an der Kasse hinter mir dachten, als sie die Summe hörten, möchte ich zu gern wissen.
Denn wie Styling sah ich nicht aus…und Reinigungsmittel war (natürlich) nicht dabei.
Aber die erstaunten Blicke waren so ein kleiner Genuss.

Zu sehr viel mehr bin ich heute allerdings nicht gekommen.
Mir tun immer noch die Knochen schmerzen, die Schlepperei heute war wieder zu anstrengend
Generell wird die Arbeit langsam wieder stressiger.
Nicht was das Umräumen betrifft, sondern eher der Papierkrieg.

Nun ja, ich habe zwar bereits seit dem frühen Nachmittag Wochenende, aber ich glaube, dass die kommende Woche auch ein bisschen verhasst wird, wenn ich mit der Chefin allein im Büro bin.

Heute kam überraschend, kurz vor Feierabend, der Weichkeks reingeschneit.
Ziemlich anmaßend und aufgedreht.
Was wird er wohl wieder intus gehabt haben?
Irgendwie ist unser Verhältnis und der Umgang miteinander ziemlich abgeflaut.
Doch fühle ich mich im Recht bei der Sache, schließlich muss er ja geläutert werden und darf somit nicht alle Freibriefe zugeschoben bekommen.

Apropos bekommen…
Da ich mich gestern „beschwert“ habe, für meine schlauen Ideen keinen Orden zu bekommen, bekam ich heute stattdessen von Mike einen Silberorden.
Naja, wenigstens einer, der meine Knochen ehrt.

Und was machen die Männer?
Hm, Erik´s Auto stand heute nicht mehr bei Ingo.
Und der Fabelhafte hat sich vorhin grad gemeldet.
Als ich ihm mitteilte, heute keine Lust zum Spielchen spielen zu haben, war auch gleich wieder Ruhe.

Tja, erstens bin ich bunt und zweitens kaputt.
Und bunt deswegen, weil ich vorhin alle Haarfarben aufgefrischt habe.
Schade das die Farbe auf den Haaren nicht so lange und gut hält, wie an den Händen und generell der Haut.

Doch für morgen nehme ich das gern in Kauf.
Endlich mal wieder Mädelsabend und tanzen, tanzen, tanzen…und evtl. bissl flirten.
Ramponierte Knochen können durchaus damit behandelt werden.

Und ich kann mir endlich wieder die Nägel lackieren.
Sie sind gewachsen, ziemlich schnell, nicht sehr lang, etwas….aber nach Jahren wieder gewachsen.
Für mich wahrlich ein großer Grund zur Freude.
Man gönnt sich ja sonst nix.
Nun heißt der neue Grund fürs Shoppen: Nagellack.

Verflixt, ich verliere schon wieder die Zusammenhänge aus den Augen.
Aber hey…die kommenden drei Tage sind für mich - nur für mich - und da tu ich nur das, was mir gefällt und was ich will.
Alles andere ist ab diesem Moment nebensächlich.


04.08.2011 / 23:51 Uhr

Mittwoch, 3. August 2011

Die Zeit rennt…

…und ich renne hinterher.
Wie wahnwitzig das alles doch ist.
Das Jahr nähert sich rapide dem Ende und nichts, aber auch wirklich nichts habe ich bisher erreicht.
Weder auf beruflicher noch auf privater Basis.

Heute haben wir in der PGH die Kartons wieder runter geschleppt, die das Umzugsteam erst hoch gebuckelt hatte.
Beim Einsortieren in die Regale, bekam ich geschätzte 20 Kartons Weihnachtsutensilien in die Hand.
Sicherheitshalber stehen diese nun gleich im Eingangsbereich, nicht das wir noch die Adventszeit bei dem Tempo verpassen.

Und privat ist der Stand noch genauso wie gestern, vorgestern,…
Erik scheint mit Ingo im Urlaub zu sein.
Sein Auto steht jedenfalls schon den dritten Tag bei Ingo.
Jetzt wäre der passende Moment, den Brief fertig zu schreiben und ihm nach Hause zu bringen. (zur Not tu ich es einfach am Freitag, falls ich mit Michi doch noch ausgehe)
Doch mir fehlt die Zeit und die Lust - unlogisch, aber leider wahr.

Für diese Blogs hab ich ja auch Zeit.
Und das dringende Verlangen, dies alles aus mir rauszulassen.

Rauslassen möchte ich noch viel mehr.
Ich habe Lust, den Fabelhaften anzuschreien für seine wahnsinnig lange Antwort heute „Jep…“!
Mehr Worte bin ich in dieser Woche mal wieder nicht wert.
Bisher jedenfalls und ich denke, sehr viel mehr wird auch die restlichen Tage nicht passieren.

Ich fühle mich kaputt gespielt, die Knochen tun weh, die Energie ist nahezu am Ende und diese Dauermüdigkeit lähmt den Rest meiner Willenskraft.
In drei Wochen habe ich bereits wieder Urlaub, auch wieder für 2 ganze Wochen.
Darauf freue ich mich, zumal es am Kirmeswochenende beginnt.
Freiheit, Freude, Freunde und Feiern.

Es soll doch ein entscheidendes Wochenende werden, aber ich glaube nicht so recht daran.
Jedenfalls hab ich bis dahin noch jede Menge zu tun.
Möchte die Wohnung fertig renoviert haben, Schuppen, Keller und Garage sollen aufgeräumt sein und auch mein Papierkrieg bis dahin ad acta gelegt werden.

Gern mach ich mich selbst noch ein wenig kaputter, aber ohne Druck bekomme ich mein Leben nicht mehr in die rechten Bahnen.
Zu groß ist das Verlangen aus allen Zwängen auszubrechen, etwas Verrücktes zu tun, einfach nicht mehr nach all den Regeln zu leben, die einem Tag für Tag aufgedrückt werden.
Es geht nunmal nicht.
Noch nicht…


03.08.2011 / 21:17 Uhr

Alles neu?!

Nein, nicht alles, nur der Arbeitsort hat sich geändert.
Es ist zu eng und zu laut im neuen Büro.
Der Platz für mich ist knapp bemessen, der Weg zur Toilette ein wenig kompliziert und wenn zu viele Leute in dem Raum reden, ist der Schall unerträglich.

Seit gestern 9 Uhr bin ich nun dort - seitdem plagen mich auch schlimme Kopfschmerzen.
Der Kreislauf und der Wetterwechsel tun ihr Übriges.
Mittagessen ist ebenfalls eine Sache für sich, entweder man geht ins Kaffee nebenan - was auf Dauer teuer und einseitig wird - oder ins gegenüberliegende Bistro, was auch nicht viel angenehmer ist.
So muss ich wieder auf Durchhalte-Futter umsteigen, entweder abends vorkochen und trotzdem kalt essen mangels Mikrowelle oder gleich Bemme mit Brot und Schnitte.

Das erstmal dazu.
Ansonsten geht es - noch - vom Arbeitsklima her.
Heute war auch mal wieder Keksi da.
Ab morgen geht’s dann nach Niederdorf, die große Lagerhalle umräumen.
Nun stapeln wir halt alles noch mal übereinander, um den ganzen Mist von 4 oder 5 Etagen auf möglichst eine Etage zu verlagern.
Dort gibt es weder nutzbare Toiletten, kein fließendes Wasser, alles ist mistig dreckig und morgen soll es wieder heiß werden.
Igitt, ich mag nicht.

Unfreiwillig hab ich nun schon in den beiden Tagen 4 Bekannte getroffen.
So muss das wohl sein, wenn man auf einem Bahnhof arbeitet, aber ok, das kann nur spannend werden.

Und Ablenkung tut gut.
Bisher habe ich es noch immer nicht geschafft, den Brief an Erik abzuschreiben.
Irgendetwas in mir hindert mich daran.
Es ist nicht der Gedanke, dass es tatsächlich funktioniert, was ich damit erreichen möchte und die damit verbundene Angst was auf mich zukommen könnte, sondern eher die Frage, ob es wirklich das ist, was ich möchte.

Ich kann es im Moment nicht offen und ehrlich beantworten.
Natürlich wäre es schön, langsam mal in eine Zukunft zu Zweit zuzusteuern.
Aber ist dieser ruhige, in sich gekehrte Mann wirklich derjenige, der mich zufrieden stellt?
In vielerlei Hinsicht sicherlich, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Doch für die Schmetterlinge im Bauch war er so noch nie zuständig.
Stellt sich mir die Frage, gehört dieses Kribbeln denn wirklich dazu um dauerhaft glücklich zu sein?
Ist es nicht eher das Gefühl des Vertrauens, der Zugehörigkeit und die Gemeinsamkeiten?

Wohin haben mich denn die Schmetterlinge in meinem Leben bisher gebracht?
Zugegebenermaßen nicht sehr weit.
Sicherlich ist es auch Bequemlichkeit meinerseits, mal Kompromisse einzugehen.
Und diese werden ja in einer funktionierenden Beziehung erwartet.

Ja, es klingt tatsächlich so, als ob ich davon ausgehe, dass ich mit dem Geschriebenen haushohen Erfolg habe.
Weit gefehlt.
Es sind Fragen, die ich mir selbst stelle.
Gedanken mit denen ich mich auseinandersetze um herauszufinden, wohin ich denn wirklich will.
Letztlich sind es alles Bemühungen um zu mir selbst zu finden.
Und es ist eine schwere Suche, deren Wege verschlungen und verknotet sind.

Denn ehrlich gesagt hänge ich gedanklich ständig bei dem Fabelhaften, nahezu rund um die Uhr inkl. mancher meiner Träume.
Nehme ich ihn als gefühlsmäßigen Zufluchtspunkt, als persönliche Ausrede um meinen Standpunkt nicht klar definieren zu müssen?
Gut möglich…

Er ist ja nicht nur ein Spielgefährte für mich, sondern auch die wichtigste Bezugsperson derzeit.
Außerdem auch eine persönliche Herausforderung in verschiedener Weise.
Ich suche die Nähe von Beiden, nur den Unterschied zwischen den Gefühlen kann ich nicht benennen.

Es ist erschreckend, welche Wirkung beide Männer auf mich haben - Unterschiede deutlich im Verhalten - aber anziehend.
Auch jetzt, während dem schreiben, schaue ich ständig auf mein Handy….es könnte eine SMS kommen, wird aber nicht passieren.

Nun hab ich zwei Tage nichts von F. gehört, gesehen oder gelesen.
Das Wissen, das er in der kommenden Woche wieder zur Trainee-Maßnahme ist, macht mich regelrecht panisch.
Soll es denn wirklich wieder auf 2 oder 3 Wochen ohne ihn hinauslaufen?

Schon ist es wieder so deutlich…
Ihn vermisse ich und mit Erik habe ich seit 2 Jahren kein Wort gesprochen und ich nehme es hin.
Vielleicht ist es mein Gewissen, das mir sagt, dass ich genau das auch verdient habe.
Trotzdem sollte es doch andersrum sein.
Ihn sollte ich vermissen, dauerhaft…

Und nicht den Mann, den ich sowieso nicht haben kann und auch nicht ständig an meiner Seite ertragen könnte.
Ich hasse dieses Gefühl, nicht zu wissen, man selbst eigentlich möchte…


02.08.2011 / 22:48 Uhr